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Autos werden abgezogen / Zu wenig Nutzer

app2drive verlässt Schaumburg

LANDKREIS. Nach nur knapp zwei Jahren ist Schluss mit dem Carsharing-Angebot im Landkreis. Wie das in Aschaffenburg beheimatete Unternehmen app2drive jetzt auf Anfrage bestätigt hat, zieht es sich bis zum Frühjahr komplett aus Schaumburg zurück.

veröffentlicht am 01.02.2019 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 04.02.2019 um 17:15 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Von einzelnen Standorten sind die Fahrzeuge bereits abgezogen worden, wie eine Managerin von app2drive erklärte.

Dies sei die Reaktion „auf sich ändernde Kundenwünsche und Nutzergewohnheiten“. Regionale Flughäfen würden verstärkt mit Fahrzeugen bestückt, dafür entfielen wenig frequentierte Standorte. „Die Fahrzeug-Auswahl am jeweiligen app2drive-Standort spiegelt genau das Buchungsverhalten wider und kann jederzeit angepasst werden“, betont Geschäftsführer Peter Rußmann. Auch wenn einige Standorte gut frequentiert worden seien, trügen diese doch nicht das Geschäftskonzept. Die Hoffnung, dass Familien auf dem Land bereit wären, auf ihren Zweitwagen zu verzichten, habe sich leider nicht bewahrheitet.

Erst vergangene Woche ist die Kündigung beispielsweise im Stadthäger Rathaus eingetroffen. Bis Mitte Februar wollen die Aschaffenburger ihre Fahrzeugflotte abgezogen haben. Diese Unternehmensentscheidung trifft nicht nur Schaumburg, bundesweit zieht sich app2drive aus vielen Orten zurück.

Nach Auskunft der Firma hat es zwischenzeitlich 31 Stationen gegeben, an denen Wagen geparkt waren. Kunden konnten sich dort, nachdem sie sich online registriert hatten, das Auto für die gewünschte Zeit abholen und dort auch wieder abstellen. Abgerechnet wird nach Kilometern und Stunden.

Die Carsharing-Firma war jedoch schon holprig mit ihrem Geschäftsmodell in Schaumburg gestartet. Kritisiert worden war die Informationspolitik der Aschaffenburger. Die Wagen der Firma standen beispielsweise plötzlich ohne Ankündigung im Ort, so wie in Nienstädt, als Bürgermeister Gerhard Widdel das Auto von dem Schotterparkplatz hinter der Grundschule sogar wegfahren musste, weil es im Weg stand. Und wie sie gekommen waren, verschwanden die Wagen auch lautlos. Nachfragen von Gemeinden und Kommunen blieben häufig ohne Reaktion. So wie in der Samtgemeinde Nenndorf, aus der sich die Firma wie berichtet schon im Juni 2018 still zurückgezogen hatte.




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