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Missverständnis wegen Bahn-Plänen

Aufregung um Weil-Interview

LANDKREIS/STADTHAGEN. Das Bundesland Niedersachsen hat den Gegnern eines Bahn-Neubaus durch Schaumburg stets als unverrückbarer Fels in der Brandung gegolten. Schließlich ist der Ausbau der vorhandenen Bahnstrecke Hannover-Minden sogar im Regierungsprogramm im Koalitionsvertrag der in Hannover regierenden Parteien SPD und CDU festgelegt. Doch eine Interview-Äußerung von Ministerpräsident Stephan Weil sorgte in der Region kurzzeitig für helle Aufregung: Er finde es „gut“, dass es eine neue Schnellbahntrasse von Bielefeld nach Hannover geben sollte, zitierte eine Tageszeitung den Landeschef.

veröffentlicht am 10.04.2019 um 16:27 Uhr

Wegen einer Kürzung entstand der Eindruck, Ministerpräsident Stephan Weil befürworte den trassenfernen Ausbau. Foto: pr.
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Kündigte der amtierende Ministerpräsident hier eine 180-Grad-Wendung seines Bundeslandes in der Bahnfrage an? Nein: Stephan Weil sei in diesem Punkt von dem Interview-Text stark verkürzt und damit missverständlich wiedergegeben worden, erklärt Regierungssprecherin Anke Pörksen auf Nachfrage.

Niedersachsen stehe unverändert zum Koalitionsvertrag und damit zum trassennahen Ausbau der bestehenden Bahnstrecke. Zustande gekommen sei die missverständliche Formulierung, weil das Interview nicht persönlich geführt wurde, sondern die Redaktion der betreffenden Zeitung nur einen Teil schriftlich übermittelter Antworten eines Fragenkatalogs verwendet habe. Statt speziell für die vom Bundesverkehrsministerium ins Spiel gebrachte Schnellfahrtrasse von Bielefeld nach Hannover habe sich Stephan Weil allgemein für eine Beschleunigung des Zugverkehrs zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet ausgesprochen, so Pörksen.

Für den Lückenschluss des zweigleisigen Schienenengpasses verfolge Niedersachsen weiterhin den Zubau zweier weiterer Gleise an der Bestandsstrecke zwischen Löhne und Haste. Die dafür erforderlichen Prozesse sollten beschleunigt und verschlankt werden, so die Forderung des Ministerpräsidenten.

Diese Position gelte auch unverändert für Umweltminister Olaf Lies, so Pörksen. Der Sozialdemokrat hatte sich während seiner Zeit als Wirtschaftsminister bei mehreren Anlässen in Bückeburg und Stadthagen gegen eine Neubautrasse durch Schaumburg ausgesprochen. Sein Nachfolger Bernd Althusmann (CDU) setzte diesen Kurs fort.

Über die Klarstellung erfreut zeigte sich der Schaumburger Landtagsabgeordnete Karsten Becker (SPD). Der Stadthäger empfahl, dieses „Bündnis der Schaumburger Kommunen und des Landkreises Schaumburg mit der Niedersächsischen Landesregierungen stabil zu halten“.




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