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Risiken im Straßenverkehr: Gruppengründer will vor allem jüngere Erkrankte ansprechen

Auftaktveranstaltung „Diabetes im Beruf“

LANDKREIS. Bei der Auftaktveranstaltung der neugegründeten Selbsthilfegruppe „Diabetes im Beruf“ haben Experten in der Alten Polizei Stadthagen aus juristischer und medizinischer Perspektive über Risiken für Erkrankte im Straßenverkehr informiert. Mit dem Fokus auf berufliche Themen will Gruppengründer Thomas Schäfer vor allem auch jüngere Diabetiker ansprechen. Bei der Auftaktveranstaltung konnte Bezirksverbands-Vorsitzende Heide Slawitschek-Mulle 15 Teilnehmer willkommen heißen.

veröffentlicht am 15.02.2019 um 18:55 Uhr

LANDKREIS. Dieses Mal ging es unter anderem um die Fahrerlaubnis-Verordnung und den Paragrafen 2, in dem es heißt, dass Personen, die „sich infolge körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht sicher im Verkehr bewegen“ können nur dann am Verkehr teilnehmen dürfen, „wenn Vorsorge getroffen ist“, dass „andere nicht gefährdet“ werden. Was bedeutet das konkret?

Rechtsanwalt Karsten Mertens, bis vor Kurzem noch Vertragsanwalt des ADAC, gab einige Beispiele: Bei einer Beeinträchtigung wie mangelndem Sehvermögen ist die Vorsorge mit einer Brille oder Kontaktlinsen in der Regel recht einfach und es gibt keine Einwände in Sachen Fahrerlaubnis. Im Fall von Diabetes komme es auf den Einzelfall, die Eigenverantwortung und die Einstellung an. So müssen sich Diabetiker in der Regel fachärztlichen Begutachtungen unterziehen und eine gute Stoffwechselführung nachweisen.

Dann kam die Frage auf: „Was passiert denn, wenn ich eine Unterzuckerung befürchte, an einer Bundesstraße rechts ran fahre und in einem Abschnitt halte, wo ich das eigentlich nicht darf – und dann die Polizei kommt?“ Der Anwalt konnte in diesem Fall beruhigen. Wenn man die Situation den Ordnungshütern eingehend erkläre, würde da sicher Verständnis entgegengebracht. Etwas anders sei die Lage, wenn es tatsächlich zu einem Unfall gekommen ist, erklärte der Diabetologe Dr. Thomas Tiemann. Dann sollten Betroffene gegenüber den Behörden nicht direkt und vor allem nicht ohne Not ihren Diabetes erwähnen – schon, um nicht unnötig in Rechtfertigungsdruck zu geraten.

Beim nächsten Treffen am 12. März geht es um Fragen zur Schwerbehinderung im Hinblick auf Diabetes. Referentin ist die VdK-Kreisgeschäftsführerin Claudia Hilscher-Meinert. r




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