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Händler profitieren von der Leipziger Buchmesse / E-Books weniger bedrohlich als zu Beginn

Aufwind im Blätterwald

LANDKREIS. Anlässlich der Leipziger Buchmesse wird auch in hiesigen Buchhandlungen über den Stellenwert gedruckter Werke gesprochen. Gerade die in der sächsischen Großstadt nominierten Bücher lassen die Verkaufszahlen steigen, sind sich die Händler einig.
„Damit haben wir ein richtig gutes Frühjahrsprogramm“, freut sich Hans-Martin Schmidt von der gleichnamigen Buchhandlung in Stadthagen. Uta Fahrenkamp von der Buchhandlung Buch & Wein in Rinteln sieht es genauso . Ihre Kunden würden explizit nach den Nominierungen der Buchmesse fragen, welche sie auf einer Liste im Laden vorstellt.

veröffentlicht am 21.03.2019 um 18:04 Uhr

Buchhandlung in Stadthagen: Der hiesige Handel fühlt sich durch Online-Händler und E-Books nicht bedroht. Foto: len

Autor:

lena probst
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Großen Stellenwert hat die Buchmesse, die noch bis Sonntag stattfindet, auch für die Buchhandlung Borchers in Bad Nenndorf. Zusammen mit einem Busunternehmen organisiert Borchers Fahrten nach Leipzig. So besteht an zwei Tagen die Möglichkeit, Lesungen zu hören und Autoren mit ihren neuen Büchern kennenzulernen. „Die Fahrten werden sehr gut angenommen, am Samstag sind wir komplett ausverkauft“, freut sich eine Mitarbeiterin.

Durch ein Plakat im Fenster, welches in der Hofbuchhandlung Frommhold in Bückeburg hängt, werden die Kunden auch dort auf die Nominierungen aufmerksam gemacht. „Nicht nur Werke der Belletristik sind nachgefragt, auch die Sachbücher“, teilt Inhaber Thilo Fuhrmann mit.

Das Interesse an gedruckten Büchern bestünde nicht nur während der Buchmesse. Viele Lesende legten Wert darauf, ein „richtiges“ Buch in der Hand zu halten, so Fahrenkamp. Das Gefühl sei nicht vergleichbar. „Bücher wird es immer geben“, ist Fuhrmann überzeugt.

Zwar habe es eine gewisse Angst vor dem E-Book gegeben, sagt Mitarbeiterin Maria Rosa Pruneddu. Diese habe sich in den vergangenen Jahren aber nicht bestätigt. „Den Leuten ist bewusst geworden, was es bedeutet, einen Laden vor Ort zu haben“, stimmt Fuhrmann zu.

E-Books gibt es auch bei Borchers in Bad Nenndorf. Auf keinen Fall könne man aber von einem Untergang des Buches sprechen, sagt eine Mitarbeiterin. Dafür sei das Interesse viel zu groß. Besonders in den Wochen nach der Messe würden die Verkaufszahlen steigen.

Nach Einschätzung von Schmidt in Stadthagen stagniert der Markt für E-Books vor Ort. Gebundene Bücher lägen im Trend. Auch bei Fahrenkamp sieht man optimistisch in die Zukunft. Die Kunden schätzten die Qualität vor Ort und unterstützten den lokalen Markt. Das E-Book sei nichts, was das gedruckte Buch bedrängen könne.

Der Onlinehandel spiele zwar eine Rolle, aber aufgrund der gebundenen Ladenpreise, an die sich auch die Online-Händler halten müssen, werde der lokale Markt nicht vollkommen verdrängt, so Fuhrmann. Außerdem sind alle der befragten Schaumburger Buchhandlungen auch im Internet vertreten.




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