weather-image
31°
×

Badeverbot: Blaualgen im Badesee Lahde

PETERSHAGEN. Der Badesee in Lahde ist wegen vermehrtem Aufkommen von Blaualgen gesperrt worden. Durch das zu erwartende Sommerwetter dürfte die Häufigkeit der Algen noch zunehmen.

veröffentlicht am 30.07.2020 um 12:17 Uhr

Der Badesee Lahde ist bis auf Weiteres gesperrt. Grund ist das vermehrte Aufkommen von Blaualgen, wie Kreis-Pressesprecherin Janine Küchhold gegenüber dem Mindener Tageblatt bestätigte. Die letzte Beprobung vom vergangenen Montag (27. Juli) hat ergeben, dass die Häufigkeit als hoch bis sehr hoch anzusehen ist.

Bei den zu erwartenden schönen Sonnentagen wird die Häufigkeit der Algen noch zu nehmen. „Wir hatten gehofft, dass wir um das Badeverbot herumkommen.“ so Evelyn Hotze, Stabstellenleiterin Wirtschaftsförderung und Tourismus. Die Beachbar ist vom Badeverbot nicht betroffen und auch der Beach-Volleyballplatz ist weiterhin geöffnet. „Das Team der Beachbar freut sich, wenn Sie trotzdem kommen“, appelliert die Wirtschaftsförderin an die Badeseebesucher.

See wird weiter wöchentlich beprobt

Während der Badesaison überwachen die Gesundheitsbehörden die Badegewässer nach den Vorgaben der Badegewässerverordnung auf bakterielle Verunreinigungen. Das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke hat aktuell Befunde mit mikroskopisch erhöhtem Nachweis von „Blaualgen“ (Mikrocystis aeroginosa) im Badesee Lahde erhalten. Das Umweltamt des Kreises hat umgehend das Badeverbot in Absprache mit der Stadt Petershagen umgesetzt. Der See wird weiter regelmäßig beprobt im Abstand von einer Woche. Wenn die Belastung mit Cyanobakterien rückläufig ist, kann der See wieder freigegeben werden.

Massenvermehrungen von sogenannten Blaualgen treten vor allem bei hohen Wassertemperaturen auf. Das Wasser verfärbt sich durch die Bakterien und kann einen Geruch nach faulen Eiern und Gülle sowie nach Ammoniak verbreiten. Gesundheitlich problematisch sind allergische Haut- und Schleimhautreizungen durch Zellbestandteile der Bakterien. Toxine von Cyanobakterien können Leber- und neurotoxische Wirkung entfalten. Einige dieser Gifte können im menschlichen Körper nicht abgebaut werden. Daher ist ein Verschlucken von Wasser, das stark mit Cyanobakterien durchsetzt ist, unbedingt zu vermeiden. Es können akute Durchfälle auftreten, die auch mehrere Tage anhalten können. Vor allem kleine Kinder sollten vor Verschlucken des Wassers geschützt werden. Wenn sie in der flachen Uferzonen spielen, können sie auch durch Hand- zu Mund-Kontakt Gifte aufnehmen. Bei Tieren sind außerdem Fälle von tödlichen Vergiftungen bekannt, wenn sie das Wasser trinken. Bei Menschen ist ein derart schwerer Verlauf nach Baden in belastetem Wasser aber nicht bekannt.

Immer wieder treten Blaualgen am Lahder Badesee auf. Bereits Mitte Juni musste der Badesee gesperrt werden, so früh wie noch nie in der Badesaison. mt




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige