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Im Fall des angeschossenen Joggers: Klageverfahren gegen Landkreisbeschluss laufen weiter

Beschuldigter Jäger hat Waffen abgegeben

LANDKREIS. Der Jäger, der in Lauenhagen einen Jogger angeschossen hat, ist nicht mehr im Besitz seiner Waffen. Das hat der Landkreis auf Anfrage bestätigt.

veröffentlicht am 26.02.2019 um 17:36 Uhr

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Autor:

Verena Gehring
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LANDKREIS. Wie berichtet, traf im Juli ein 31 Jahre alter Familienvater eine Kugel am Kopf, als er mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg in Lauenhagen joggen war. Wie sich später herausstellte, stammte die Kugel aus dem Gewehr eines Jägers. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung dauern an.

Derweil hatte die Untere Waffenbehörde des Landkreises den Jagdschein des Mannes eingezogen sowie veranlasst, dass seine Waffenbesitzkarte erlöscht. Dagegen hatte er geklagt. Das Verwaltungsgericht in Hannover lehnte den Eilantrag des Mannes gegen die Ungültigkeitserklärung und Einziehung seines Jagdscheines ab (wir berichteten). Demnach darf der Schaumburger vorerst nicht mehr jagen.

Wie Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises, erläutert, laufen die beiden Hauptverfahren allerdings noch. Der Jäger hat sowohl gegen den Entzug des Jagdscheines als auch gegen das Erlöschen der Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht hat jetzt lediglich über die sofortige Wirkung der Beschlüsse entschieden, die beiden Klageverfahren laufen noch. Dennoch sieht Heimann die Entscheidung in Hannover als richtungsweisend an. „Wir haben uns gefreut, dass das Gericht unsere Einschätzung teilt“, sagt der Kreissprecher. Der Mann habe erwiesen, dass er nur unzuverlässig die Waffe handhaben könne, stellte das Gericht fest. Obwohl die Hauptverfahren noch laufen, hat der Schaumburger jetzt seine Waffen verkauft beziehungsweise übergeben. Die Informationen über die neuen Besitzer liege der Behörde vor.

Derweil liegt bei der Staatsanwaltschaft in Bückeburg noch der Antrag von Rechtsanwalt Volkmar Wissgott, der für seinen Mandanten, den angeschossenen Familienvater, ein ballistisches Gutachten gefordert hat. Darin soll nachgewiesen werden, wie genau der Beschuldigte seine Waffe gehalten hat, als sich der Schuss gelöst hat. Gegenüber der Polizei hatte der Jäger seinerzeit unterschiedliche Angaben gemacht – vom Abstreiten, überhaupt eine Waffe bei sich gehabt zu haben, bis zum Einräumen, dass sich beim Entladen eine Kugel gelöst habe. Gegen den Schaumburger wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. In einem zivilrechtlichen Verfahren einigten sich beide Parteien bereits auf die Zahlung eines Schmerzensgeldes.




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