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Deutsch-Chinesische Gesellschaft Schaumburg zur Förderung und Finanzierung von Kontakten gegründet

Betriebspraktika und Austauschreisen nach China

Rinteln (dil). Schüleraustausch nach Chongqing pflegen das Rintelner Gymnasium Ernestinum und das Gymnasium Bad Nenndorf bereits, nun sollen Betriebspraktika 16-Jährigen aus Schaumburg und dem Reich der Mitte im jeweils anderen Land hinzukommen. Damit dies kein Projekt für finanziell gut gestellte Eliten wird, sondern breite Schülerschichten teilnehmen können, wurde jetzt als Förderverein die Deutsch-Chinesische Gesellschaft Schaumburg gegründet. Diesen Akt hat erst einmal die Bürgerstiftung Schaumburg finanziert.

veröffentlicht am 28.03.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 04:41 Uhr

Ralf Kirstan, Lehrer am Ernestinum und mit einer chinesischen Lehrerin verheiratet, erklärte den rund 20 Gründungsmitgliedern, dass finanzielle Unterstützung für das Kooperationsprojekt nötig sei: „Wir müssen die Finanzierung wegen der Antikorruptionsbestimmungen an einen Verein auslagern. Dieser versucht, Sponsoren zu finden, um auch bedürftigeren Schülern die Reise zu ermöglichen. Außerdem bemüht sich der Verein, dreiwöchige Betriebspraktika auf beiden Seiten zu organisieren. Erste Firmen aus Rinteln haben schon zugesagt. Die chinesische Botschaft in Berlin und das Generalkonsulat in Frankfurt unterstützen dies bereits.“

Kirstan dankte besonders dem FDP-Landtagsabgeordneten Björn Försterling für seinen Einsatz als Projektpate des Hanban-Projekts. Diese chinesische Kulturorganisation Hanban ist das Gegenstück zum deutschen Goethe-Institut. Am 21. Oktober 2010 wurde das Gymnasium Ernestinum offizieller Kooperationspartner von Hanban. „Mit der Unterzeichnung des entspechenden Vertrags verfügen wir über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Schullandschaft, das in derselben Form nur noch beim Faust-Gymnasium in Staufen in Baden-Württemberg vorhanden ist“, so Kirstan.

Dieses Alleinstellungsmarkmal soll weiterentwickelt, aber auch der Teilnehmerkreis um andere Schulen vergrößert werden. Das Gymnasium Bad Nenndorf ist schon mit Boot, berichtete Ernestinum-Leiter Reinhold Lüthen. Die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Rinteln machen ebenfalls mit.

Folgende nächste Schritte sind geplant: 1. Aufbau eines internationalen deutsch-chinesisch-englischen Schulnetzwerks unter Einbeziehung der englischen Partnerschule No. 8 Middle School in Chongqing. 2. Schulaustausch, als Veranstaltungen mit Projektcharakter, in diesem Jahr zum Beispiel unter dem Leitthema: „Kennenlernen von Funktionsweise und Technik der Solar- und Windenergie.“ Dazu sollen in Deutschland ein Besuch des Solarforschungszentrums Ohr bei Hameln, Städteexkursionen nach Berlin, Hannover und Göttingen mit Besuch von universitären Forschungseinrichtungen beziehungsweise technischen Museen gehören - ebenso praktischer Physikunterricht für die chinesischen Gäste. Praktikumsplätze in Firmen werden jetzt akquiriert. Stüken und Wesergold wollen bereits mitmachen. Die deutschen Schüler könnten in China den Besuch von Solarprojekten in der Taklamakan-Wüste oder des Drei-Schluchten-Staudamms (600 Kilometer östlich von Chongqing) erwarten.

Für die Betriebspraktika wurden in Chongqing bereits eine Firma für Automobil- und Kraftfahrzeugbau sowie eine für den Bau von Motorrädern gewonnen. 15 Schüler vom Ernestinum und von derv BBS Rinteln machen sich in diesem Sommer auf den Weg, ebenso viele werden aus China erwartet (15 werden dort als Untergrenze gesehen). Besonders begabten Schülern auf beiden Seiten sollen mit Hanban-Mitteln und Sponsorengeldern Stipendien ermöglicht werden.

Der Mitgliedsbeitrag ist eher symbolisch: fünf Euro im Jahr, ein Aufnahmebeitrag wird bis auf Weiteres nicht erhoben. Die Änderung des Vereinszwecks oder dessen Auflösung kann nur von mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder beschlossen werden. Der Vorstand darf bis zur Eintragung in Vereinsregister nur Handlungen zu diesem Zweck vornehmen. In den Vorstand wurden gewählt: Vorsitzender Ralf Kirstan, Stellvertreter Landrat Jörg Farr, Schriftführer Hermann Stoevesandt, Schatzmeister Reinhold Lüthen, Verwaltungsrat Professor Dr. Volker Lipp (Rinteln, Uni Göttingen), Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und SPD-Landtagsabgeordneter Heiner Bartling (Steinbergen).

In Rinteln soll bald ein Konfuzius-Klassenzimmer eingerichtet werden. Dafür erhält das Ernestinum je 10000 Euro an Baukosten- und Sachkostenzuschuss. Ziel des Vereins ist es vor allem, eine internationale Gesinnung unter Jugendlichen zu fördern. Auch kulturelle Aktivitäten sollen entfaltet werden, zum Beispiel Vorträge von China-Kennern wie Peter Scholl-Latour.




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