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Jobcenter und Krankenkassen: Gesundheit von Arbeitslosen fördern

Bewegung und Kontakte knüpfen

STADTHAGEN. Die Gesundheitsförderung von Arbeitslosen soll in den kommenden Jahren im Landkreis einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Aus diesem Grund haben sich Krankenkassen und Jobcenter zusammengeschlossen. Hintergrund ist ein bundesweites „Modellprojekt zur besseren Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“.

veröffentlicht am 05.04.2019 um 19:59 Uhr

Vertreter des Jobcenters, der Krankenkassen, des Landkreises und der Landesvereinigung für Gesundheit. Foto: jemi

Autor:

jennifer minke-beil

„Es wird schon seit längerer Zeit festgestellt, dass Arbeitslosigkeit und Gesundheit in einem engen Zusammenhang stehen“, sagt Sabrina Schöpfel von der Landesvereinigung für Gesundheit. Zum einen führe eine lange Arbeitslosigkeit zu Gesundheitseinschränkungen, zum anderen sind Krankheiten häufig ein Auslöser dafür, dass Menschen ihre Arbeit nicht mehr ausüben können. Diesen ungesunden Kreislauf gelte es, endlich zu durchbrechen.

Ziel des Projekts sei es, Erwerbslose nachhaltig mit Angeboten zur Gesundheitsförderung zu erreichen und damit ihre Chancen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass Informationen über Gesundheitsförderung und Prävention der gesetzlichen Krankenkassen und andere Träger in der Region in die Beratungsgespräche beim Jobcenter einbezogen werden. Jobcenter-Geschäftsführer Bernd Dittmer hatte sich gemeinsam mit den weiteren Mitstreitern überlegt, welche Zielgruppe für den Einstieg der Umsetzung des Modellprojekts zunächst angesprochen werden soll. Die Entscheidung sei nun auf die Gesundheitsförderung für erwerbslose Frauen mit Migrationshintergrund gefallen.

Seit Anfang März werden nun wöchentlich kostenlose Kurse für Frauen von Frauen in der Awo-Begegnungsstätte an der Gubener Straße angeboten. Themen sind außer der Bewegung auch Ernährung und Zahnprophylaxe. „Die Räume der Awo haben sich für die Kurse angeboten, weil einige Frauen die Einrichtung bereits kennen“, so Dittmer. Er betont, dass das Angebot kostenlos und freiwillig ist. Die Kurse seien für die Frauen auch eine gute Möglichkeit, um neue Kontakte zu knüpfen – auch außerhalb ihrer Familie. Die Vernetzung spiele durchaus eine wichtige Rolle. Auch Frauen mit Kindern können an den Kursen teilnehmen, da eine Kinderbetreuung angeboten wird.

Dittmer erläutert, dass das Projekt noch bis 2022 gesichert sei. Man stehe jetzt noch am Anfang, und „wir sammeln erste Erfahrungen“. Nun solle herausgefunden werden, wo weiterer Bedarf besteht und wie das Angebot angenommen wird. „In den kommenden Jahren wird sich aber noch einiges in diese Richtung entwickeln“, ist der Jobcenter-Geschäftsführer sicher. Für ihn sei entscheidend, dass das Modellprojekt die Menschen sensibilisieren kann, auf ihre Gesundheit zu achten.

Das Modellprojekt wurde im Rahmen einer Kooperation zwischen Bundesagentur für Arbeit und gesetzlicher Krankenversicherung entwickelt. Die Zusammenarbeit geschieht im Zuge der Umsetzung des Präventionsgesetzes. Ein Kernziel ist es, die Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf die Gesundheit zu mildern.




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