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Deutsche Bank führt Bausparkassen zusammen

BHW fusioniert – und sichert Standort Hameln

FRANKFURT/HAMELN. Was lange erwartet worden war, ist nun Realität: Die Deutsche Bank bündelt ihre Aktivitäten im Bauspargeschäft – die DB Bauspar und die BHW Bausparkasse fusionieren und firmieren künftig unter der Marke BHW. Allerdings wird dies auch Arbeitsplätze kosten:

veröffentlicht am 15.05.2019 um 10:53 Uhr
aktualisiert am 15.05.2019 um 13:10 Uhr

Sitz der neuen BHW Bausparkasse AG ist Hameln. Die Gesellschaft wird rund 620 Mitarbeiter beschäftigen. Foto: Dana
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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FRANKFURT/HAMELN. Was lange erwartet worden war, ist nun Realität: Die Deutsche Bank bündelt ihre Aktivitäten im Bauspargeschäft – die DB Bauspar und die BHW Bausparkasse fusionieren und firmieren künftig unter der Marke BHW. Allerdings wird dies auch Arbeitsplätze kosten.

Unter dem Konzerndach der Deutschen Bank entsteht mit der neuen BHW Deutschlands zweitgrößte private Bausparkasse und einer der größten deutschen Baufinanzierer mit mehr als drei Millionen Kunden, 3,7 Millionen Bausparverträgen, einem Baufinanzierungs- und Bausparneugeschäft von rund 17 Milliarden Euro und einem Bausparbestand von 125 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank erwartet von der Fusion ab dem Jahr 2022 Netto-Einsparungen in Höhe von etwa 25 Millionen Euro pro Jahr. Sitz der neuen BHW Bausparkasse AG ist Hameln. Die Gesellschaft wird rund 620 Mitarbeiter beschäftigen. Am Standort Hameln arbeiten insgesamt rund 2500 Mitarbeiter, dies soll von der Fusion unberührt bleiben.

Die Einsparungen speisen sich jeweils zur Hälfte aus Personal- und Sachkosten. Offiziell möchte der Konzern keine Zahlen zum Stellenabbau nennen. Wie Insider berichten, wird jedoch „eine mittlere zweistellige Anzahl von Mitarbeitern die Bausparkasse verlassen“. Vorruhestandsregelungen und Abfindungen helfen, den Personalstand zu reduzieren. Darüber hinaus werde eine ebenfalls „mittlere zweistellige Anzahl von Mitarbeitern“ in andere Bereiche des Konzerns versetzt.

Die gemeinsame Bausparkasse ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, das Privat- und Firmenkundengeschäft von Deutscher Bank und Postbank unter dem Leitsatz „Eine Bank, zwei Marken“ bis zum Jahr 2022 zusammenzuführen, wie der Konzern kommuniziert. 2018 wurden bereits die Vertriebsstrukturen von Postbank und Deutscher Bank neu ausgerichtet sowie weitreichende Schritte bei der organisatorischen und strukturellen Zusammenführung der Banken umgesetzt.

Die BHW Bausparkasse AG wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet: Henning Göbel (bisher Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse) als Vorsitzender, Michael Ost (bisher Vorstandsvorsitzender der DB Bauspar) als stellvertretender Vorsitzender sowie Dietmar König (bisher Vorstand BHW Bausparkasse).

Lars Stoy, Vorstandsmitglied der DB Privat- und Firmenkundenbank AG und Aufsichtsratsvorsitzender der BHW Bausparkasse AG, sagte: „Ich freue mich, dass wir den Zusammenschluss der beiden Bausparkassen innerhalb unseres ambitionierten Zeitplans geschafft und damit einen wichtigen Meilenstein für die ‚Bank für Deutschland‘ erreicht haben. Damit bleiben wir bei der Integration voll im Plan. Gemeinsam werden die Bausparkassen ihre führende Marktposition in Deutschland weiter ausbauen.“

Kunden der BHW profitieren künftig von Angeboten einer Bausparkasse mit einem Netz aus 1350 Filialen von Deutscher Bank und Postbank sowie 4300 Vermittlern. Das Produktportfolio von BHW wird perspektivisch stärker um Angebote zur CO2-Reduktion durch nachhaltiges Bauen oder Renovieren erweitert. Mittels modifizierter Angebote und einer neuen Marktansprache will BHW das Bausparen für eine jüngere Zielgruppe wieder attraktiver machen.

„Unsere gemeinsamen 120 Jahre Erfahrung werden wir nutzen, neue Akzente rund ums Wohnen und das private Wohneigentum in Deutschland zu setzen“, sagt Bausparkassenchef Göbel.




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