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Influenza

Bislang gibt es keinen einzigen Grippe-Fall in Schaumburg

LANDKREIS. Der Winter ist normalerweise Hochzeit für die Grippe, die sogenannte Influenza. Doch die aktuellen Corona-Maßnahmen bekämpfen nicht nur die Pandemie - sie weisen auch die Grippeviren in ihre Grenzen. In Schaumburg ist bislang kein einziger Fall gemeldet worden.

veröffentlicht am 19.02.2021 um 12:31 Uhr

Wir sind mitten in der Grippesaison, aber die Influenza – sozusagen die „echte Grippe“ – findet nicht statt. Im Landkreis Schaumburg ist in diesem Jahr bisher kein einziger Fall gemeldet worden. Vor allem in den ersten drei Monaten eines Jahres ist eine Infektion mit Influenzaviren häufig der Fall.

Zum Vergleich ein Blick auf die Fallzahlen der vergangenen Jahre: Kreis-Sprecherin Anja Gewald zufolge wurden in der Saison 2017/2018 noch 238 Fälle gezählt. Ein Jahr später waren es 144 und 2020, also beim Start in die Pandemie, bestätigte das hiesige Gesundheitsamt 136 Infektionen. Die Grippesaison 2019/2020 war relativ stark, wurde dann aber ausgebremst.

Grippesaison findet nicht statt

„Die Influenzameldungen waren im vergangenen Jahr schlagartig mit dem Lockdown kurz vor Mitte März vorbei“, berichtet Gewald. Wahrscheinlich wäre die letzte Grippewelle sonst heftiger ausgefallen als das Jahr davor, vermutet die Kreissprecherin nach Absprache mit dem Gesundheitsamt.

„Die Influenzasaison findet tatsächlich landes- und bundesweit bisher nicht statt“, so Gewald. Die Gründe für das Ausbleiben der Grippe liegen eigentlich auf der Hand. Gegen Influenza wirke der Lockdown und die Kontaktbeschränkungen sowie Abstandsregeln, Maske und Händehygiene offenbar besser als gegen Corona, weil die Infektiosität geringer ist. Das Niedersächsische Gesundheitsamt spricht für die aktuelle Grippesaison von gerade einmal 27 Fällen. Im Jahr davor waren es 1155.

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Auch andere Infektionen deutlich seltener

Während also die Grippe quasi dieses Jahr nicht existiert, treten auch andere Leiden wie Durchfallerkrankungen oder die normale winterliche Erkältung kaum auf. Ein leidiges Thema waren in den Vorjahren auch die Infektionen mit dem Norovirus. Allerdings spiele bei den Noroviren neben der Mensch-zu-Mensch -Übertragung auch der Eintrag über Lebensmittel eine Rolle.

Hinzu komme, dass bei einzelnen Durchfallerkrankungen nur sehr selten Stuhluntersuchungen durch die behandelnden Ärzte erfolgen, sondern in der Regel erst bei Gruppenerkrankungen. Diese jedoch seien aufgrund der Lockdownmaßnahmen selten, erläutert Gewald. Bislang sei ein Fall in Schaumburg in der Saison 2020/2021 gemeldet worden. Auch in ganz Niedersachsen und im Bundesgebiet insgesamt werden kaum Ausbrüche von Noroviruserkrankungen in Einrichtungen gemeldet, teilt der Landkreis auf Anfrage mit.

von Jennifer Minke-Beil




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