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Funkstille zwischen Verband und Stadt

Bleibt Stadthagen im Tourismusverband Weserbergland?

STADTHAGEN. In der Diskussion um den Austritt Stadthagens aus dem Tourismusverband Weserbergland gibt es zwischen den Betroffenen – Stadt und Verband – offenbar ein Kommunikationsproblem. Das Gespräch mit dem Tourismusverband hat die Stadtverwaltung beziehungsweise Wirtschaftsförderung bislang nicht gesucht:

veröffentlicht am 18.05.2019 um 00:00 Uhr

Touristische Angebote entlang der Weser - bringt ein Tourismusverband nichts für dessen Vermarktung, wenn eine Stadt nicht an der Weser liegt? Diese Frage stellt sich derzeit in Stadthagen. Foto: Matthias Brunnert/dpa

Autor:

Tina Bonfert
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STADTHAGEN. In der Diskussion um den Austritt Stadthagens aus dem Tourismusverband Weserbergland gibt es zwischen den Betroffenen – Stadt und Verband – offenbar ein Kommunikationsproblem. Das Gespräch mit dem Tourismusverband hat die Stadtverwaltung beziehungsweise Wirtschaftsförderung bislang nicht gesucht. „Wir hatten noch nicht Gelegenheit, Dinge richtigzustellen“, erklärt Petra Wegener, Geschäftsführerin des Weserbergland Tourismus-Verbandes, „ich lese alles aus der Zeitung.“

Bei den Überlegungen spielt vor allem der Nutzen für die Kreisstadt angesichts der Erhöhung der Beiträge von bislang 6700 auf 9000 Euro eine Rolle (wir berichteten). Ein Kritikpunkt war, dass Städte, die direkt an der Weser liegen, einen größeren Nutzen von der Mitgliedschaft hätten.

Wie berichtet, hatte Wirtschaftsförderer Lars Masurek unter anderem angemerkt, dass Stadthagen bei den drei Standbeinen des Tourismusverbandes, dem Weser-Wanderweg, dem Weser-Radwanderweg und dem Projekt Historisches Weserbergland nur vom letztgenannten Punkt profitiere, aber trotzdem denselben Mitgliedsbeitrag zahle wie die Städte, die von allen drei Projekten etwas hätten.

Das sei „sachlich falsch“, betont Wegener. Der Beitrag richte sich nach vielen Faktoren, dazu zählen die Übernachtungs- und Einwohnerzahlen sowie das Portfolio. „Andere Städte zahlen da wesentlich mehr als Stadthagen.“ Andere Orte seien zudem auch aktiver was die Nutzung der Angebote des Tourismusverbandes – Workshops, Versammlungen und Projektgruppen – angeht.

Masurek: „In der Regel nimmt die Stadt, sofern es zeitlich möglich ist oder ein besonderes inhaltliches Interesse besteht, an gemeinsamen Terminen von Kooperationspartnern teil, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Weserbergland Tourismus-Verband oder um andere Partner handelt.“ Aus einer Teilnehmerliste, die der Redaktion vorliegt, geht hervor, dass auch bei Treffen zum Projekt Historisches Weserbergland die Kreisstadt in den vergangenen Jahren oftmals durch Abwesenheit glänzte. Zuletzt hatte eine Mitarbeiterin der städtischen Touristinformation Masurek zufolge am 14. März einem Fachworkshop des Verbandes beigewohnt.

Auch wenn die Stadt nicht an der Weser liege, betont Wegener, könne sie dennoch von allen Projekten des Tourismusverbandes profitieren. Jede Stadt könne zum Beispiel eigene Wander- oder Radtouren in das Portfolio des Tourismusverbandes einstellen und dafür werben.

Nach Kenntnis der Stadt war es bislang noch nicht möglich, verschiedene touristische Angebote der näheren Region über den Verband zu vermarkten, entgegnet Wirtschaftsförderer Masurek. Zum Beispiel stände dem entgegen, dass die vorhandenen und komplett ausgeschilderten thematischen Radtouren in und um Stadthagen (wie „Parks & Gärten“) zu mindestens 50 Prozent über das Gebiet von Mitgliedskommunen des Verbandes führen müssten. „Da das nicht der Fall ist, war dies zuletzt nicht möglich“, sagt der Wirtschaftsförderer.

Ein Austritt hat für Stadthagen Wegener zufolge auch finanzielle Konsequenzen. Die Mitglieder würden den Dachverband stärken und umgekehrt. Wenn die Stadt austrete und – wie auch im Gespräch ist – sich für den Schaumburger Land Tourismus entscheide, müsste dieser alle Aufgaben übernehmen, die jetzt der Tourismusverband Weserbergland innehat. Dabei sieht Wegener vor allem die überregionale Vermarktung problematisch. Für die Stadt würde es aus ihrer Sicht „ungleich teurer, wenn sie selbst in der Form werben wollte“.




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