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Landtagsabgeordneter Karsten Becker verteidigt Beitragsfreiheit in den Kitas

Carsten Ruhnau ist neuer SPD-Chef

LANDKREIS/STADTHAGEN. Der Rintelner Carsten Ruhnau, 41, ist neuer Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Schaumburg. Ein Parteitag wählte ihn mit 114 von 121 Stimmen zum Nachfolger des Stadthägers Karsten Becker, 60, der das Amt zwölf Jahre innehatte. Als seine Stellvertreter fungieren Jan-Philipp Beck (Stadthagen, eine Gegenstimme) und Katrin Hösl (Suthfeld, eine Gegenstimme).

veröffentlicht am 01.04.2019 um 11:02 Uhr

Carsten Ruhnau (links) folgt an der Spitze der Schaumburger SPD auf Karsten Becker. Foto: ab
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Autor

Arne Boecker Reporter
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Der scheidende Unterbezirks-Vorsitzende Becker stellte in seinem Rechenschaftsbericht die Wiederwahl von Landrat Jörg Farr aus dem vergangenen Jahr besonders heraus. Farr sei „ein Landrat zum Anfassen, verbunden mit hoher Kompetenz“. Die SPD freue sich über Farrs Erfolg, stecke sich diesen aber nicht unbedingt ans Revers, sagte Becker: „Das ist ein ganz persönlicher Erfolg für Jörg.“

Einigen SPD-Funktionsträgern schrieb Becker – auch Landtagsabgeordneter – ins Stammbuch, den Erfolg nicht zu zerreden, den die Landesregierung bei der Kinderbetreuung erzielt habe. Hintergrund: Viele Bürgermeister stöhnen, weil die Landesregierung ihnen nicht in voller Höhe die Einnahmen ersetzt, die sie früher über die Beiträge bekommen haben. „Für solche Fälle hat die Landesregierung einen Härtefallfonds eingerichtet“, sagte Becker.

Zentrales Thema auf dem Parteitag des Unterbezirks, der alle zwei Jahre ausgetragen wird, war der digitale Wandel. „Zukunft der Arbeit in Schaumburg – Aus technologischer Entwicklung sozialen Fortschritt für alle machen“ stand über dem Leitantrag des Vorstands. Für Schaumburg stellen die Sozialdemokraten sechs Forderungen auf.

Eine „öffentliche Weiterbildungs-Agentur Schaumburg“ koordiniert und verbessert alle Angebote, die unter anderem Volkshochschule, Jobcenter und Betriebe machen. Träger der Agentur ist der Landkreis Schaumburg.

Der Landkreis als großer Arbeitgeber geht mit gutem Beispiel für die Betriebe voran, was „Modelle für Bildungsteilzeit“ angeht.

Die digitale Infrastruktur an den Landkreis-Schulen wird „qualitativ weiterentwickelt“.

Die Einrichtungen der Kinderbetreuung wird „bedarfsgerecht weiterentwickelt“. Der „flächendeckende Ausbau der Infrastruktur für Kommunikations- und Informationstechnologie“ ermöglicht flexibleres Arbeiten („Home Office“), das die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert.

Co-Working-Spaces verbinden kreative und innovative Ideen miteinander. Ein Co-Working Space in öffentlicher Hand verbessert die Kooperation mit Wirtschaft und sozialen Organisationen.

Das Glasfaser-Netz wird auf der „letzten Meile“ ausgebaut, die vom Verteilerzentrum zu den Hausanschlüssen führt. Das 5G-Netz wird schnell und flächendeckend errichtet: „Der derzeitige Breitband-Ausbau in Schaumburg kann nur ein erster Schritt sein“, heißt es in dem Leitantrag.

Information

Aus der Region Hannover stammend, wohnt Carsten Ruhnau seit zwölf Jahren in Rinteln. Der 41-Jährige war in den vergangenen beiden Jahren schon Stellvertreter von Karsten Becker im SPD-Unterbezirk. Unter anderem hat er in den Wahlkampfteams für Becker (Landtag), Jörg Farr (Landkreis) und Thomas Priemer (Rinteln) mitgearbeitet. Die Fusion der Rintelner SPD-Ortsvereine hat er begleitet.

Ruhnau ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er arbeitet als Lehrer am Gymnasium Ernestinum in Rinteln. So wichtig Organisationsfragen seien, müsse seine Partei doch daran arbeiten, die inhaltliche Arbeit voranzutreiben, sagte Ruhnau. Er könne sich SPD-Sonderparteitage zu besonders wichtigen Themen vorstellen.

Karsten Becker empfahl dem Parteitag das neue Team Carsten Ruhnau/Jan-Philipp Beck/Katrin Hösl: „Die werden den Laden richtig nach vorne kriegen.“ Zwei Jahre vor der nächsten Kommunalwahl und vier Jahre vor der Landtagswahl sei dies der richtige Zeitpunkt für den Wechsel. ab




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