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Wird in neuem Gesetz berücksichtigt

CJD-Schule in Bad Nenndorf: Beitragsfreiheit kommt

BAD NENNDORF. Es ist gesch(l)afft: Die Schulgeldbefreiung für angehende medizinische Therapeuten ist auch auf die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen ausgeweitet worden. Wäre die dortige Berufsausbildung zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer weiter kostenpflichtig geblieben, hätte die Schule wohl dicht machen können.

veröffentlicht am 06.06.2019 um 00:00 Uhr

Auch die Absolventen der Schlaffhost-Andersen-Schule müssen ab sofort kein Schulgeld mehr bezahlen. Foto: gus

Autor:

Guido Scholl
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BAD NENNDORF. Es ist gesch(l)afft: Die Schulgeldbefreiung für angehende medizinische Therapeuten ist auch auf die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen ausgeweitet worden.

Das vom Niedersächsischen Landtag verabschiedete Gesetz hat damit für die Einrichtung an der Bornstraße eine ganz maßgebliche Änderung erhalten: Wäre die dortige Berufsausbildung zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer weiter kostenpflichtig geblieben, hätte die Schule wohl dicht machen können.

Der im Juni scheidende Direktor, Torsten Lindner, hatte ebenso wie zahlreiche Schüler kräftig dafür geschuftet, die Schulgeldfreiheit auch für die CJD-Schule zu erreichen. Eine entsprechende Petition mit einer vierstelligen Zahl an Unterschriften wurde beim Landtag eingereicht. Außerdem lud Lindner die Grünen-Abgeordnete Anja Piel sowie die beiden SPD-Landespolitiker Karsten Becker und Johanne Modder nach Bad Nenndorf ein, um die Vorzüge der Lehreinrichtung zu präsentieren.

Das Kernproblem war, dass die Ausbildung an der Bornstraße einen nicht eben geringen musikalischen Anteil enthält. Nicht alle Absolventen schlagen daher anschließend eine therapeutische Berufslaufbahn ein. Zum Beispiel kann ein Atem-, Sprech- und Stimmlehrer auch Gesangs- oder Instrumentalunterricht erteilen.

Doch der Landesregierung geht es bei der ab Sommer geltenden Gesetzesänderung darum, gezielt mehr Fachkräfte für Gesundheitsberufe zu bekommen. Die Kosten werden im ersten Schuljahr auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. In den Folgejahren dürfte die Summe sogar deutlich steigen, wie Modder seinerzeit in Bad Nenndorf erklärte.

Lindner demonstrierte den Politikern bei deren Besuchen, dass die musische Seite der Ausbildung einerseits dazu dient, den späteren Therapeuten Fähigkeiten zu vermitteln, die beispielsweise Logopäden nicht haben. Ferner stellte er heraus, dass mehr als 80 Prozent der Absolventen später therapeutisch tätig werden. Speziell Modder und Becker hatten sich beeindruckt gezeigt von der Ausbildung an der CJD-Schule.

Die Nachricht, dass auch die angehenden Atem-, Sprech- und Stimmlehrer künftig kein Schulgeld mehr zahlen müssen, hat nun nicht nur an der Bornstraße Freude ausgelöst. „Das ist wirklich klasse und absolut wichtig für unsere Stadt. Eine super Nachricht“, jubelte Schmidt. Dieser hatte sich an einer Unterschriftensammlung für die Petition beteiligt.

Der Stadtdirektor weist auf die kulturelle Bedeutung der CJD-Schule hin.

Auch sorge deren Anwesenheit für zusätzliche Einwohner, die zumindest für die dreijährige Ausbildungszeit Wohnungen in Bad Nenndorf und Umgebung mieten. Oft suchen sich diese auch Jobs beispielsweise in der Gastronomie. Und weitere Kaufkraft für den Einzelhandel werde auch angezogen.

Becker ist mit der Entwicklung ebenfalls zufrieden. „Ich freue mich, dass meine Intervention Erfolg hatte und zu einem Umdenken geführt hat“, betonte der SPD-Mann, der auch seiner Fraktionssprecherin Modder für deren Einsatz dankte. Die CJD-Schule sei „für Bad Nenndorf und Schaumburg eine wichtige Einrichtung“.




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