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Corona-Lockerungen: Das ist ab Montag in Schaumburg wieder erlaubt

LANDKREIS. Restaurants öffnen wieder, die Möglichkeiten für die Kinderbetreuung werden ausgeweitet und auch Kosmetikstudios dürfen wieder öffnen - der Fünf-Stufen-Plan in Niedersachsen beginnt am Montag und hält einige Neuerungen bereit. Hier gibt es einen Überblick, was ab Montag in Schaumburg erlaubt ist und was nicht.

veröffentlicht am 11.05.2020 um 11:23 Uhr

Die „neue Normalität“ in der Corona-Krise, die Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für Niedersachsen anstrebt, nimmt Gestalt an. Nach den Bund-Länder-Beratungen unter der Woche legt das Land seine Corona-Verordnung neu auf, mit deutlich weniger Beschränkungen als in den vergangenen Wochen. Auch für Schaumburg treten damit mit Start der neuen Woche einige Neuerung im Bezug auf die Corona-Regelungen in Kraft. Hier der Überblick:

RESTAURANTS: Die Niedersachsen können sich wieder bekochen lassen. Von Montag an dürfen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten öffnen, dabei jedoch maximal die Hälfte der Plätze vergeben. Die Kunden sollten zudem vorher reservieren, wozu aber keine Verpflichtung besteht, und müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit im Fall der Fälle mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden können. Selbstbedienung und Buffets sind untersagt. Bars, Kneipen und Diskotheken bleiben noch geschlossen.

EINKAUFEN: Von Montag an dürfen alle Geschäfte - unter Auflagen - wieder öffnen. Die Beschränkung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter entfällt ebenso wie die Berücksichtigung der Branche, was zum Beispiel die Möbelhäuser freut. Allerdings müssen Mindestabstände und andere Hygienestandards eingehalten werden.

TOURISMUS: Der Urlaub wird wieder möglich - und zwar von Montag an zunächst in Ferienwohnungen und -häusern, auf Campingplätzen, Booten und im Wohnmobil. In die Ferienwohnungen dürfen aber nur alle sieben Tage neue Gäste kommen: Die sogenannte „Wiederbelegungsfrist“ bedeutet, dass eine Wohnung zum Beispiel nach einer viertägigen Belegung drei Tage frei bleiben muss. Für die anderen Unterkünfte gilt das nicht, sie dürfen aber nur die Hälfte der Plätze vergeben. Hotels dürfen erst am 25. Mai wieder Gäste begrüßen.

KINDER: Die Betreuungsmöglichkeiten werden ausgeweitet, allerdings in mehreren Stufen. Bereits von Montag an soll die Kindertagespflege in den regulären Betrieb zurückkehren, zuerst über einzelne Tagesmütter und -väter, vom 18. Mai an dann mit Großpflegestellen. Ebenfalls vom 18. Mai an soll die Betreuungsquote von zuletzt knapp 6 Prozent nach und nach auf bis zu 40 Prozent steigen. Die Rückkehr zum Regelbetrieb in den Kitas ist erst für den 1. August geplant.

SCHULEN: Nach den Abschlussjahrgängen 4, 9/10 und 13 geht es am Montag auch für die Stufe 12 zurück in die Klassenräume. Eine Woche später folgen die Drittklässler und die Jahrgänge 9/10 ohne Abschlussprüfung. Ziel ist, dass Schritt für Schritt alle Klassen noch vor den Sommerferien wieder in die Schule gehen können.

KOSMETIK: Sogenannte „personennahe Dienstleistungen“ mit ähnlichen Hygiene-Voraussetzungen wie Friseure werden von Montag an zugelassen. Als Beispiele nennt die Landesregierung Kosmetiksalons, Maniküre und Massage. Die Details soll die neue Corona-Verordnung klären. Die Friseure haben bereits seit Montag wieder geöffnet. Bartpflege und Wimpernfärben sind davon allerdings wegen arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben ausgenommen.

SPORT: Hier ändert sich am Montag nichts, weil eine Reihe von Lockerungen schon erfolgt ist. Seit Mittwoch ist kontaktloser Sport im Freien wieder möglich. Eine Beschränkung nach Sportarten gibt es dabei nicht, allerdings muss ein Zwei-Meter-Abstand jederzeit gewahrt werden. Die nächste Neuerung ist für den 25. Mai geplant, dann sollen die Freibäder unter Auflagen öffnen dürfen. 

VERANSTALTUNGEN: Große Events mit mehr als 1000 Teilnehmern wird es frühestens im September wieder geben. Aber auch kleinere öffentliche Veranstaltungen sind noch untersagt - eine schrittweise Öffnung sieht Niedersachsens Stufenplan erst in Phase vier vor, die frühestens Anfang Juni greifen soll. Gottesdienste sind dagegen schon jetzt wieder möglich. Für Demonstrationen sind Ausnahmegenehmigungen drin.

KONTAKTVERBOT: Die Zwei-Personen-Regel wird etwas gelockert. Mitglieder aus einem Hausstand dürfen sich von Montag an mit denen eines anderen Hausstands treffen, etwa auch im Restaurant. Ob die Teilnehmerzahl dabei beschränkt wird oder nicht, war nach den Bund-Länder-Beratungen für Niedersachsen noch nicht entschieden.

MASKENPFLICHT: Ein Ausstiegsdatum für die verpflichtende Mund-Nase-Bedeckung beim Einkaufen und im Nahverkehr gibt es noch nicht - auch nicht im Fünf-Stufen-Plan der Landesregierung, der sich über mehrere Wochen bis tief in den Juni erstreckt. Stoffmasken und Tücher dürften also auch im Sommer noch vielerorts das Bild prägen.

NOTFALLMECHANISMUS: Um nicht unkontrolliert in eine zweite Infektionswelle zu geraten, haben sich Bund und Länder im Zuge der neuen Lockerungen auf eine Notbremse verständigt. Dazu wird die Zahl der Neuinfektionen auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte betrachtet: Gibt es binnen sieben Tagen mehr als 50 neue Fälle pro 100 000 Einwohner, müssen umgehend neue Beschränkungen greifen. In Niedersachsen liegen alle Regionen bislang deutlich unter der Marke. Ministerpräsident Weil hat angekündigt, dass das Land im Zweifelsfall auch vor Erreichen der Obergrenze eingreifen würde. dpa




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