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Mitarbeiter seien keine Helden hätten aber "Häme und Spott nicht verdient"

Covid-19: Seltene Einblicke in die Intensivstation - Fotostrecke

MINDEN-LÜBBECKE. Die Mühlenkreiskliniken reagieren auf die vermehrten Anfragen nach Interviews der vergangenen Tage. Sie beziehen aber auch deutlich Stellung zur Diskussion um die Lage in den Intensivstationen. Ihre Mitarbeiter seien keine Helden, hätten Häme und Spott aber nicht verdient. Einen Einblick geben sollen Bilder, die etwas über den Alltag auf der Covid-Intensivstation verraten.

veröffentlicht am 29.04.2021 um 16:15 Uhr
aktualisiert am 29.04.2021 um 17:06 Uhr

In den vergangenen Tagen hätten die Mühlenkreiskliniken im Nachbarkreis laut eigenen Aussagen vermehrt Anfragen nach Interviews mit Personal auf den Intensivstationen erhalten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Intensivstation hätten mehrheitlich beschlossen, dafür nicht mehr zur Verfügung zu stehen – aus Zeitgründen. Mit einer Fotoauswahl aus den Intensiv- und Isolierstationen wenden sich die Kliniken dennoch an die Presse und geben einen Einblick in den Alltag der auf den Intensivstationen arbeitenden Kräfte.

#allemalneschichtmachen leider keine Option

In der Mitteilung beziehen die Kliniken deutlich Stellung:  "Die Covid-Intensivstationen sind Orte, die gerade im Zentrum der öffentlichen Diskussion stehen. Selbsternannte Expertinnen und Experten diskutieren die bundesweiten Belegungszahlen und finden, dass es noch genügend Platz gäbe – ohne je eine Intensivstation von innen gesehen zu haben. Andere meinen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Intensivstationen ja dafür ausgebildet seien, schwerkranken Menschen zu helfen – ohne je selbst mit drei Kolleginnen einen intubierten Patienten, ohne einen Schlauch aus dem Körper zu ziehen, von dem Rücken auf den Bauch zu gedreht zu haben, um der Lunge ein Stück Entlastung zu gewähren", heißt es in der Pressemitteilung, und weiter: "Covid-Intensivstationen seien aus gutem Grund geschützt. #allemalneschichtmachen ist aus Gründen des Infektions- und des Patientenschutzes leider keine Option."

Bilder von der Intensivstation

Deshalb hätten sich die Mühlenkreiskliniken entschieden, einige Bilder von der Covid-Intensivstation zu veröffentlichen. Die Bilder seien nicht gestellt und bildeten den normalen Alltag auf der Intensivstation ab.

18 Bilder
Vor dem Betreten des Isolierbereichs muss aufwendige Schutzkleidung angelegt werden. Foto: Kai Senf

 "Mitarbeiter sind keine Helden"

"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Intensivstationen und den Isolierstationen sind keine Heldinnen. Das ist auch gut so. Denn Helden sind in Filmen am Ende meistens tot. Urlaub, Pausen und Gehaltszahlungen kennen Heldinnen ebenfalls nicht. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Menschen. Aus Fleisch und Blut. Mit Familien, Sorgen und einer persönlichen physischen und psychischen Leistungsgrenze, die bei vielen seit vielen Monaten kontinuierlich überschritten wird."

Schon zu normalen Zeiten hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Intensivstationen genug zu tun: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Unfälle, schwere Infektionen oder die Nachsorge bei schweren OPs. All diese Patientinnen und Patienten sind nicht weg. Nur ein kleiner Teil von ihnen könne bei planbaren Operationen ein paar Wochen später operiert werden. Seit Monaten gliche die Arbeit auf den Intensiv- und Isolierstationen einem Kraftakt. "Häme und Spott haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht verdient", schließt Pressesprecher Busse, "unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind keine Helden und Heldinnen und doch leisten sie heldenhaftes." 

odt     




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