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Umgestaltung der Fußgängerzone soll im kommenden Frühjahr beginnen / Kosten bei 2,2 Millionen Euro

Das Kopfstein-Pflaster soll weg

STADTHAGEN. Das von vielen Seiten kritisierte Kopfstein-Pflaster in der Fußgängerzone soll weg. Das ist nach den Worten von Bauamtsleiter Gerd Hegemann zumindest der Vorschlag der Verwaltung: „Wir wollen statt dessen einen besser begeh- und befahrbaren Belag einbauen.“

veröffentlicht am 12.06.2018 um 18:34 Uhr

Der Abschnitt von Hagemayer zum Marktplatz soll wesentlich übersichtlicher gestaltet werden, um freie Blicke zu ermöglichen.

Autor:

Stefan Rothe
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Das ist ein zentraler Baustein der geplanten Umgestaltung der Fußgängerzone. Dieses Projekt wird laut Hegemann in zwei Schritte unterteilt. Zunächst sollen die Straßenzüge drankommen. Die Kosten für deren Umgestaltung taxiert die Verwaltung auf insgesamt 1,48 Millionen Euro. Ein Drittel davon muss die Stadt selber finanzieren. Die restlichen zwei Drittel kommen aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Diese Summe sei mittlerweile gesichert, so der Bauamtsleiter.

Was noch nicht in trockenen Tüchern sei, ist das Fördergeld für die Umgestaltung des Marktplatzes. Dafür schätzt die Verwaltung die Kosten auf 711 000 Euro. Auch hiervon muss die Stadt ein Drittel bezahlen. Mit den bisher aus dem Fördertopf zugesagten Geldern könne das nicht finanziert werden, dafür müsse erst neu Geld beantragt werden, berichtet Hegemann. Daher sei der Marktplatz erst mal zurückgestellt worden. Wann hier Geld fließen wird und wann ein Umbau beginnen kann, sei noch unklar, räumt der Bauamtsleiter ein.

Für die Straßenzüge hingegen gibt es laut Hegemann einen klaren Zeitplan. Die Planungsarbeit soll über den Sommer fertiggestellt werden. Nach der politischen Sommerpause sollen die Konzepte in den Fraktionen beraten werden. Auch eine Bürgerversammlung ist für den Herbst vorgesehen. Nach dem noch für dieses Jahr erwarteten politischen Beschluss soll über den Winter die Ausführungsplanung erfolgen. Den Baustart sieht Hegemann „im kommenden Frühjahr“.

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Neben der Beseitigung des Kopfsteinpflasters geht es bei der Umgestaltung der Obern-, Niedern-, Echtern- und Marktstraße vor allem um die sogenannte „Möblierung“. Damit ist die Ausstattung vor allem mit Bänken, Pflanzbeeten und Bäumen, die in hohen scheibenförmigen Einfassungen stehen, gemeint. Zur Bauzeit in den achtziger Jahren habe man damit gemäß des damaligen Zeitgeschmacks in der Fußgängerzone kleine Teilräume konstruieren wollen, erläutert Hegemann. Aus heutiger Sicht gilt das aber als „übermöbliert“. Deswegen „soll hier ausgedünnt werden, um freiere Blicke und großzügigere Bewegungsräume entstehen zu lassen“.

Das gelte in ganz besonderer Weise für die Marktstraße. Denn vor allem der Eingang zur Fußgängerzone an der Volksbank sei „regelrecht zugestellt mit Schildern, Begrünung und Bänken“, so Hegemann. Ziel sei es aber, vom Kaufhaus Hagemeyer aus eine deutlich freiere Blickbeziehung zum Marktplatz hinzubekommen. Hier müsse also aufgeräumt und weniger Elemente übersichtlicher gruppiert werden. Im Abschnitt zwischen Fußgängerzone und Hagemeyer sei an eine Verbreiterung des Bürgersteiges und eine Beseitigung von Bäumen gedacht.

Auch beim Marktplatz soll die Möblierung ausgedünnt werden. Das betrifft vor allem Bäume, Bänke und Betonquader. Neben dem Austausch der Laternen soll eine Fassadenbeleuchtung installiert werden. Den Brunnen will die Verwaltung unangetastet lassen. Im Sinne der Barrierefreiheit und im Interesse der Wochenmarktbeschicker wäre es, wenn die Treppenstufen auf der Sparkassen-Seite beseitigt würden. Das würde aber eine komplette Neupflasterung dieses Teils des Marktplatzes bedeuten. „Das ist jedoch eine Frage des Geldes, aus heutiger Sicht würde das jeden finanziellen Rahmen sprengen“, bemerkt Hegemann. Denn die Umgestaltung der Fußgängerzone ist wie alles andere in der Kreisstadt vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung zu sehen.




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