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Oft mild und schmuddelig

Der Wintertrend: Feuchter Dezember erfreut nur die Natur

LANDKREIS. Das lange Warten auf ergiebige Regenfälle hat bald ein Ende. In der ersten Dezemberwoche bricht der Atlantik voll durch. Dabei werden die Regengebiete von strammen, vereinzelt auch stürmischen und sehr milden Süd- bis Westwinden zu uns gelenkt.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 16:02 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 19:20 Uhr

Bei den dringend benötigten Niederschlägen deutet sich für den Dezember ein leichter Überschuss an. Die Natur – wie hier der Blumenwall in Rinteln – wird den Regen dringend benötigen, denn nach einem abermals nassen Monat Januar könnte ein viel zu tr
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Reinhard Zakrzewski Reporter
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LANDKREIS. Die Zirkulation über der Nordhemisphäre ist aus dem Lot geraten. Seit dem Frühjahr rühren sich die Hoch- und Tiefdruckgebiete kaum noch vom Fleck. Das Ergebnis: extreme Trockenheit und viel zu hohe Temperaturen bis Ende November. Ob sich daran im Winter Entscheidendes ändert, muss sich noch zeigen.

Aktuell hat das Warten auf ergiebigen Regen endlich ein Ende. In der ersten Dezemberwoche bricht der Atlantik voll durch. Dabei werden die Regengebiete von strammen, vereinzelt auch stürmischen und sehr milden Süd- bis Westwinden zu uns gelenkt. Erst in der zweiten Hälfte der kommenden Woche beruhigt sich das Wetter voraussichtlich. Es lockert auf und der Regen wird weniger.

Platzhirsch bei den Jahreszeiten-Vorhersagen ist das Klimamodell des amerikanischen Wetterdienstes „NOAA“. In der Monatsfrist hat es in diesem Jahr oft richtig gelegen, darüber hinaus weniger. Für Norddeutschland sagt es aktuell einen deutlich zu milden und normal bis leicht zu feuchten Dezember voraus, was eine windige und oft schmuddelig-trübe Angelegenheit bedeuten würde.

Für die richtige Adventsstimmung könnten ab Monatsmitte winterliche Stippvisiten aus Skandinavien oder Osteuropa sorgen. Ein Hinweis auf weiße Weihnachten wäre das aber noch nicht. Belastbare Trends für die Festtage zeichnen sich – je nach Wetterlage - erst sieben Tage im Voraus ab.

Was Januar und Februar zu bieten haben, ist weitgehend Spekulation. Auf Basis der Vorwitterung, aktueller Ozeantemperaturen oder anderer fester Größen lassen sich allenfalls gewisse Tendenzen ermitteln. Eine bewährte Bauernregel zu diesem Thema gibt es aber doch: „Ist bis Dreikönigstag (6. Januar) kein Winter, so kommt auch kein strenger mehr dahinter.“ Hintergrund ist die große Erhaltungsneigung der Atmosphäre rund um den Jahreswechsel. Sind der Dezember insgesamt sowie die Tage bis zum 6. Januar wärmer als im vieljährigen Mittel, fällt der Januar mit 70-prozentiger Sicherheit und der Februar in 60 Prozent aller Fälle zu mild aus. Einzelne, meist kurze, winterliche Phasen sind natürlich inbegriffen.

Und wie sieht der aktuelle Trend für den Gesamtwinter (Dezember bis Februar) aus? Schon seit Monaten sieht das NOAA-Modell Norddeutschland auf der ein bis zwei Grad zu milden Seite. Bei den dringend benötigten Niederschlägen deutet sich für den Dezember ein leichter, für Januar sogar deutlicher Überschuss an. Anschließend könnte ein viel zu trockener Februar aber schon wieder ein dürres Frühjahr einläuten.

Für die ramponierten Wasservorräte der tief ausgedörrten Böden wäre die zu erwartete Winterbilanz zumindest ein Nullsummenspiel, ein „weiter so wie bisher“ mit Hochdruckgebieten ohne Ende, für Landwirtschaft und Natur jedoch eine Katastrophe.

Selbst in alten Wetterstatistiken findet sich eine Aneinanderreihung von sieben bis acht Trockenmonaten in Folge wie in diesem Jahr nur einmal. Im legendären Dürrejahr 1959 hielt die Trockenheit über den Winter hinweg bis ins Frühjahr 1960 – örtlich bis zu 17 Monaten – an! Dazu wird es hoffentlich nicht kommen.




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