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Hamelnerin rassistisch diskriminiert.

Diskriminierung bei WGH: War das einmalig – oder hat das System?

HAMELN. Hubert Volkmer ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungsgenossenschaft Hameln und arbeitet den Diskriminierungsfall gegen eine Sinti-Frau auf (wir berichteten). Er macht deutlich: „Das trage ich nicht mit!“
Für Empörung und Unverständnis hatte die Geschichte einer Hamelner Sintezza (Angehörige der Sinti) gesorgt: Sie hatte bei der WGH ein Wohnungsgesuch aufgegeben. Offenbar aus Versehen hatte ihr ein Mitarbeiter einen Zettel ausgehändigt, der für interne Zwecke bestimmt war. Darauf war der Vermerk zu lesen: „1 Pers.; leichter Zigeunereinschlag; besser nichts anbieten!“ Die Hamelnerin wandte sich damit an die Presse.

veröffentlicht am 27.03.2019 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 27.03.2019 um 18:42 Uhr

Bei der Wohnungsgenossenschaft Hameln überprüft der Vorstand die Unterlagen und sucht Antworten auf die Frage, ob es sich bei dem diskriminierenden Eintrag um eine Ausnahme handelt. Foto: DANA
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

HAMELN. Hubert Volkmer ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungsgenossenschaft Hameln und arbeitet den Diskriminierungsfall gegen eine Sinti-Frau auf (wir berichteten). Er macht deutlich: „Das trage ich nicht mit!“

Für Empörung und Unverständnis hatte die Geschichte einer Hamelner Sintezza (Angehörige der Sinti) gesorgt: Sie hatte bei der WGH ein Wohnungsgesuch aufgegeben. Offenbar aus Versehen hatte ihr ein Mitarbeiter einen Zettel ausgehändigt, der für interne Zwecke bestimmt war. Darauf war der Vermerk zu lesen: „1 Pers.; leichter Zigeunereinschlag; besser nichts anbieten!“ Die Hamelnerin wandte sich damit an die Presse.

Hubert Volkmer hat für den heutigen Donnerstag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen, um sich vom WGH-Vorstand Antworten auf wesentliche Fragen liefern zu lassen. „Ich möchte wissen, ob das eine einmalige Entgleisung ist oder ob das System hat.“ Dafür sei ein Prüfverfahren in die Wege geleitet worden, in dem „alle Unterlagen untersucht werden“. Bei den Unterlagen handelt es sich um besagte Wohnungsgesuche, die für jeden angefertigt werden, der sich bei der WGH um eine Wohnung bewirbt. Diese dürften ein Jahr lang aufgehoben werden.

„Wir werden deutliche Zeichen setzen. Hubert Volkmer Vorsitzender des WGH-Aufsichtsrates

Im Vier-Augen-Prinzip prüften Heinz Brockmann als hauptamtlicher und Gerd Hundertmark als nebenamtlicher Vorstand diese Unterlagen, ob es weitere ähnliche und somit diskriminierende Eintragungen gibt. Ihm gegenüber habe der Vorstand „kategorisch ausgeschlossen“, dass derartige Hinweise durch die Mitarbeiter geduldet oder sogar gewünscht seien.

Nach ersten Aussagen des Vorstands gegenüber Volkmer gebe es „keine Systematik und keine Absprachen“. Drei Bereiche gelte es jetzt, zu klären, sagt Volkmer. Erstens: Wie sind diese Fehler auszuschließen? Zweitens: Wie kann die Dame Genugtuung erfahren? Der dritte Bereich betrifft den arbeitsrechtlichen Umgang mit dem für den Eintrag verantwortlichen Mitarbeiter.

Der für den Eintrag Verantwortliche sei inzwischen gefunden – „zumindest vermuten wir, dass es dieser war“ –, aber er ist noch nicht zur Rede gestellt worden.




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