weather-image
12°

Politiker befürchten Nachahmungseffekt

Diskussionen um Mietzuschuss fürs Rote Kreuz

RODENBERG. Erneut hat es eine kontroverse Diskussion über Zuschüsse für Vereine in der Stadt Rodenberg gegeben. Es geht um die Frage, ob die Stadt Vereinen außer bei Investitionen auch bei laufenden Kosten unter die Arme greifen soll. Politiker befürchten einen Nachahmungseffekt.

veröffentlicht am 23.01.2019 um 12:25 Uhr

Für die Nutzung der Erdgeschoss-Räume an der Allee 9 zahlt das Rodenberger DRK in diesem Jahr 4300 Euro. Ein Drittel davon schießt die Stadt hinzu. Foto: gus

Autor:

Guido Scholl
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

RODENBERG. Erneut hat es eine kontroverse Diskussion über Zuschüsse für Vereine in der Stadt Rodenberg gegeben. Diesmal handelte es sich nicht um die Grundsatzdebatte zur Drittel-Bezuschussung (wir berichteten), sondern um die Frage, ob die Stadt Vereinen außer bei Investitionen auch bei laufenden Kosten unter die Arme greifen soll.

Der DRK-Ortsverein Rodenberg hatte bei der Stadt um einen Mietzuschuss für die Nutzung der Räume an der Allee 9 in diesem Jahr gebeten. Auch einen Teil der Nebenkosten solle die Kommune übernehmen. Es war das erste Mal, dass der Verein auf diese Weise an die Stadt herantrat.

Jörg Döpke, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung, erinnerte daran, dass das Rote Kreuz viel für die Stadt tut, speziell für Senioren und Kinder. Auch Bedürftigen werde geholfen, wie jüngst die Aktion Rodenberger für Rodenberger wieder einmal belegte. Dabei hatte das DRK eine neue Rekordsumme an Spenden eingefahren. Die genaue Höhe blieb aber geheim.

Aus dem Vermögen des Vereins lasse sich die Nutzung der Räume nicht mehr bezahlen, legte Döpke bei der Debatte im zuständigen Fachausschuss dar. Matthias Schellhaus (Grüne) unterstützte den Fachbereichsleiter – das DRK leiste wertvolle Arbeit, betonte er. Schellhaus war dafür, ein Drittel der Miete zu übernehmen.

Gerd Grädener (WGR) argumentierte jedoch dagegen, weil er Nachahmer fürchte. Andere Vereine könnten auch versuchen, ihre Mietkosten bezuschussen zu lassen. Was wäre, wenn beispielsweise die Modelflieger die Pacht für den Acker, auf dem ihre Fluggeräte starten und landen, nicht mehr selbst berappen können?

Die Gesamtkosten des DRK-Ortsvereins für die Räume an der Allee 9 betragen pro Jahr 6000 Euro. Davon entfallen 1700 Euro aber auf die Nebenkosten. Der Vorstoß von Schellhaus bezog sich allein auf die Miete. Erhard Steege (Rodenberger Interessen) schloss sich Grädener an: Jeder andere Verein hätte bei einem Ja der Politik fortan auch das Anrecht, bei der Stadt Mietzuschüsse zu erbitten. Klaus Böhm (WGR) sprach dem DRK die Bedeutung im Stadtleben nicht ab, aber laufende Kosten zu bezuschussen, fand auch er problematisch.

Das Rote Kreuz könne nun jedes Jahr dieselbe Summe beantragen. Sonst bezuschusse die Stadt nur Anschaffungen. Döpke versicherte: Nur weil die Stadt einmal zahlt, würde kein Gewohnheitsrecht daraus. „Wir unterstützen Vereinsarbeit an vielen Stellen“, ergänzte der Fachbereichsleiter.

Schellhaus beharrte auf seinem Antrag, für das Jahr 2019 einen Zuschuss in Höhe von einem Drittel der 4300 Euro an Mietkosten zu bewilligen. Alternative Räume könne die Stadt dem DRK-Ortsverein nicht anbieten. Tina Böhm (WGR) erinnerte daran, dass es auch andere Vereine gibt, die sich in der Deisterstadt ähnlich engagieren wie das DRK. Sie ist Vorsitzende der Awo-Ortsgruppe. Mit vier Ja-Stimmen, einer Enthaltung und zweimal Nein winkte der Ausschuss den Zuschuss schließlich durch.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare