weather-image
Rollstuhlfahrerin in Bad Nenndorf angespuckt und gewürgt: Staatsanwaltschaft klagt Täter an

Ehepaar muss sich verantworten

BAD NENNDORF. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat Anklage erhoben gegen das Ehepaar, das eine Rollstuhlfahrerin in Bad Nenndorf drangsaliert hatte (wir berichteten). Für ihre Tat müssen die beiden sich jetzt wohl doch vor Gericht wegen Körperverletzung verantworten. Danach sah es zunächst nicht aus.

veröffentlicht am 03.12.2018 um 17:43 Uhr
aktualisiert am 03.12.2018 um 19:50 Uhr

270_0900_117365_Justizia_duester_dpa.jpg

Autor:

Andrea Göttling
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die 30-jährige Bad Nenndorferin wirft dem 54-jährigen Mann vor, er habe sie bespuckt. Seine 53-jährige Frau soll sie gewürgt haben. Eskaliert war dieser Streit vor einigen Monaten in Bad Nenndorf.

Die Beteiligten stellten daraufhin wechselseitige Strafanzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung. Doch dieses Verfahren ist von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. „Ich bin völlig verzweifelt“, sagte die Rollstuhlfahrerin daraufhin dieser Zeitung.

„Ich finde es unerträglich, was da passiert“, äußerte sich auch ihr Rechtsanwalt Andreas Fedler zu diesem Zeitpunkt. Er könne die Entscheidung der Staatsanwaltschaft weder verstehen, noch habe er damit gerechnet. Denn Fedler kann sich nicht vorstellen, wie die Rollstuhlfahrerin ihrerseits körperliche Gewalt ausgeübt haben soll. Außerdem haben Fedler und seine Mandantin Fotos von den Verletzungen und Arztberichte vorgelegt.

Genau dies scheint denn auch zum Umdenken bei der Staatsanwaltschaft geführt zu haben. Zunächst galt es für die Staatsanwaltschaft, die „Gemengelage zu ermitteln“, so Pressesprecher André Lüth. Daraufhin lief alles darauf hinaus, dass beide Verfahren – dasjenige gegen das Ehepaar und jenes gegen die Rollstuhlfahrerin – eingestellt würden. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg änderte hinsichtlich des Ehepaares jedoch ihre Meinung wegen „Tatfolgen, die nachträglich mitgeteilt wurden“, so Lüth. Diese seien zunächst nicht dokumentiert gewesen. Ins Detail ging der Sprecher nicht. Daraufhin entschied sich die Staatsanwaltschaft um und erhob doch noch Anklage gegen den 54-Jährigen und die 53-Jährige wegen Körperverletzung beim Amtsgericht in Stadthagen.

Das Amtsgericht hat nun zu entscheiden, ob ein Verfahren eröffnet wird. Wenn diese Instanz wie auch die Staatsanwaltschaft der Meinung ist, dass der Tatverdacht hinreichend ist, kommt es zu einer Hauptverhandlung. Das Verfahren gegen die Rollstuhlfahrerin wurde hingegen mit endgültiger Wirkung eingestellt.göt




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare