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Schaumburger Landschaft möchte „Industriedenkmal“ erhalten / Kritik an Che-Guevara-T-Shirt

Einsatz zum Erhalt der Kohlenkirche

LANDKREIS. Das Che Guevara-T-Shirt, das auf der jüngsten Modenschau der Schaumburger Landschaft in Steinhude von den Helfern getragen wurde, ist jetzt auch auf der Mitgliederversammlung thematisiert worden. Horst Asche, Vorsitzender der Probsthäger Bauerntagsgruppe, beklagte die Vorgehensweise. Das T-Shirt habe viel Protest und Unwohlsein ausgelöst.

veröffentlicht am 13.06.2018 um 16:07 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Der ehemalige Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft, Sigmund Graf Adelmann, äußerte sich zu der Kritik, die auch in zahlreichen Leserbriefen, die diese Zeitung erreichten, zum Ausdruck kam. So hatte Ursula Schweer aus Probsthagen geäußert, dass es „unglaublich“ sei, dass „ein Terrorist und Mörder unter der Schaumburger Trachten-Flügelhaube“ gezeigt werde. Adelmann machte deutlich, dass auch er kein Fan des T-Shirts ist – „mir wäre Marilyn Monroe lieber gewesen“ – er die Aufregung dennoch für überzogen hält: „Typische Aufregung meiner Generation.“
Das Emblem sei 2013 von Studenten entwickelt worden, die das berühmte Foto von Che Guevara genutzt haben, weil dieser sich mittlerweile zu einer Medienikone gewandelt habe. „Ich fand das nicht erheblich, weswegen ich nicht eingreifen wollte.“ Adelmann machte zudem deutlich, dass es sich bei dem Designprojekt um Mode handele, und nicht um Tracht. Das T-Shirt sei jedoch nie Teil der Kollektion für die Gästeführer gewesen, betonte auch Lu Seegers.

Wie die Geschäftsführerin weiter berichtete, wolle sich die Schaumburger Landschaft für den Erhalt der Kohlenkirche einsetzen, bei der es sich schließlich um ein „Industriedenkmal“ handelt, „das auch überregional wahrgenommen wird“. Man müsse die Ergebnisse des von der Stadt Stadthagen in Auftrag gegebenen Gutachtens abwarten. Klar sei aber auch jetzt schon, dass weder die Stadt noch der Landkreis geschweige denn die Schaumburger Landschaft die Kosten für die nötige Sanierung aus eigener Kraft stemmen können. „Aber vielleicht könnten wir an verschiedene Stiftungen herantreten, um Fördergelder zu bekommen. Wir wollen nichts unversucht lassen, um dieses Industriedenkmal zu retten“, macht Seegers deutlich.

Zuvor hatten die einzelnen Gruppen ausführlich über ihre Arbeit im vergangenen Jahr berichtet. Für die Gruppe Kunst berichtete Thomas Ritter beispielsweise davon, dass die 2017 entstandene Idee für die Ausschreibung eines Kunststipendiums in diesem Jahr tatsächlich umgesetzt werde. Eine Studentin der Hochschule für bildende Künste Hamburg wird im August und September im Kesselhaus in Lauenau wohnen und arbeiten. Ihre Werke sollen im Oktober in der Zehntscheune Stadthagen ausgestellt werden.

Anfang Juli möchte die Plattdeutsch-Gruppe eine CD aufnehmen „Ich hör platt, du auch“, die dann am 5. Plattdeutsch Tag in Sülbeck verkauft werden soll.

Auch musikalisch ist für dieses Jahr wieder viel geplant. So wird das Sinfonieorchester, das auch Nachwuchsmusikern eine Plattform bietet, am 29. September in Bückeburg und am 30. September in Stadthagen auftreten.

Die Gruppe Kunst hat bei den Schaumburger Kleinkunsttagen 2018 „Paroli“ gleich zehn Veranstaltungen im Repertoire.

Für die Gruppe Museen brachte Anke Twachtmann-Schlichter ihre Sorge um das Museum Amtspforte in Stadthagen zum Ausdruck, weil die Stadt aufgrund der desolaten Haushaltssituation die Fördergelder gekürzt hat. Jährlich sollen wie berichtet 80 000 Euro eingespart werden. „Die Mitarbeiter machen sich große Sorgen und wir finden, dass es für eine touristische Stadt wie Stadthagen wichtig ist, dieses Museum zu erhalten.“




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