weather-image
13°

Landrat und Bürgermeister heute im Verkehrsministerium

Elektrifizierung der Bahnstrecke Hameln–Elze: Politisches Aufgebot in Berlin

HAMELN-PYRMONT. Das Bundesverkehrsministerium bekommt heute die geballte Macht aus dem Kreis Hameln-Pyrmont zu spüren: Landrat Tjark Bartels (SPD) wird eine große Delegation von Rathaus-Chefs, Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Bahnausbaugegnern anführen, um beim Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) auf den Tisch zu hauen, Informationen einzuholen und Forderungen zu hinterlassen.

veröffentlicht am 10.02.2019 um 16:34 Uhr
aktualisiert am 10.02.2019 um 20:00 Uhr

Die Bahnstrecke Hameln–Elze soll elektrifiziert werden. Foto: Dana
Marc Fisser

Autor

Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Es geht um die seit dem Herbst als vordringlich eingestufte Elektrifizierung der Bahnstrecke Hameln–Elze. Während der Bund dadurch für Güterzüge eine Umfahrungsmöglichkeit des überlasteten Bahnknotens Hannover schaffen will, befürchten die Anrainer Lärm und andere Nachteile. Kommunalpolitiker wie auch Bahnnutzer sehen aber auch die Chance, den Personenverkehr zwischen Hildesheim und Hameln aufzuwerten – und damit zugleich die Zahl der Güterzüge einzudämmen.

Ferlemann, der einflussreiche Bundestagsabgeordnete aus Cuxhaven, hatte sich nach Ansicht von Bartels und den Bürgermeistern nicht an das Versprechen gehalten, die Weser-Region frühzeitig darüber zu informieren, wenn die vom Bund ins Auge gefasste Elektrifizierung näher rückt. Als im vergangenen Herbst die Hochstufung ohne Vorabinformation verkündet wurde, ging der Landrat an die Decke. Er und seine Kollegen aus den betroffenen Gemeinden – neben Hameln, Coppenbrügge und Salzhemmendorf auch Emmerthal, Bad Pyrmont und das benachbarte Lügde – verlangten ein Treffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), weil das Vertrauen in Ferlemann verloren gegangen war. Doch darauf ließ sich Scheuer nicht ein.

Inzwischen hat sich der Pulverdampf gelegt. Den Beteiligten geht es nun offensichtlich vorrangig um konkrete Zusagen. Die Stadt Hameln, die sich jahrelang in dieser Sache zurückgehalten hatte, macht das Thema nun zur Chefsache: Sie reist mit ihrer Doppelspitze aus Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) und dem Ersten Stadtrat Hermann Aden (Grüne) an. „Die Elektrifizierung der Bahnstrecke ist aus unserer Sicht grundsätzlich von Vorteil, weil wir auf diesem Wege Verbesserungen für den Personenverkehr erreichen können“, sind sie jetzt überzeugt. „Das ist eine Chance für die Region. Der Bund müsse aber einen wirkungsvollen Lärmschutz gewährleisten – „nur so lassen sich zusätzliche Belastungen für die Anwohner vermeiden“.

Die Delegation hatte nach Worten einer Landkreis-Sprecherin erwogen, dem Anlass entsprechend mit der Bahn nach Berlin zu fahren. Doch nun steige man in den Bus – weil dieser unterm Strich billiger ist.

Mein Standpunkt
Marc Fisser
Von Marc Fisser

Fernverkehr ist Sache des Bundes, Nahverkehr des Landes und der Kommunen. Schon vor Jahren hätten die Hameln-Pyrmonter die Aufwertung des Personenbetriebs zwischen Hildesheim und Löhne in Berlin verlangen müssen. Nun machen sie sich mit viel Verspätung auf den Weg. Aber besser als gar nicht.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare