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Mordfall Fadi S.: Tatvorwurf Erpressung

Ermittlungen gegen 22-Jährige dauern an

STADTHAGEN. Während den mutmaßlichen Dreifachmördern Jörg W. und Kevin R. Anfang September der Prozess gemacht wird, ermittelt die Polizei im Falle der beiden Trittbrettfahrer noch. Die jungen Männer hatten die Familie des Opfers Fadi S. aus Stadthagen erpresst.

veröffentlicht am 09.08.2018 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 09.08.2018 um 16:40 Uhr

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Autor:

Verena Gehring
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Der zuständige Bielefelder Staatsanwalt Christopher York rechnet in etwa drei Wochen mit der Anklageerhebung. „Es wird wegen des Verdachtes der schweren räuberischen Erpressung ermittelt“, sagt der Jurist im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Frage, ob die beiden Beschuldigten aus Bad Oeynhausen möglicherweise immer noch in den Libanon untergetaucht sind, wollte York nicht beantworten.

Wie berichtet, steht die versuchte Erpressung im Zusammenhang mit dem getöteten Fadi S. Die beiden 22 Jahre alten Freunde, die Wurzeln im Libanon haben, hatten den Vermisstenaufruf der Stadthäger Familie am 5. März bei Facebook entdeckt. Vermutlich als Trittbrettfahrer wollten sie die Familie, die ebenfalls aus dem Libanon stammt, um 45 000 Euro erpressen. Die Bad Oeynhausener gaben vor, zu wissen, wo der 30-Jährige damals war. Es kam zu einem Treffen mit Verwandten, und zwar im Werre-Park in Bad Oeynhausen. Der Plan des Duos ging allerdings nicht auf. Der junge Familienvater war zu diesem Zeitpunkt schon tot. Der Hiller Jörg W. und Kevin R. sollen ihn mit einem Hammer erschlagen haben (wir berichteten).

Als der Druck vonseiten der Familie S. auf die jungen Männer stieg, stellten sich die beiden der Mindener Polizei. Da schnell bekannt wurde, um wen es sich bei den versuchten Erpressern handelt, wurde ihnen öffentlich gedroht. Unter anderem veröffentlichten Freunde und Verwandte von Fadi S. Foto, Namen und Telefonnummer der Trittbrettfahrer, auch Morddrohungen wurden ausgesprochen. Der Vorwurf: Durch die Erpressung verzögerten sie die Suche nach dem damals als vermisst gemeldeten Familienvater. Die Beamten reagierten und stellte die Wohnsitze der 22-Jährigen kurz unter Polizeischutz. Das reichte ihnen wohl nicht aus. Sie tauchten kurzerhand in den Libanon ab.

Dennoch geht die Staatsanwaltschaft in Bückeburg, die kurzzeitig verantwortlich war, davon aus, dass sie sich dem Prozess stellen und nur aus Gründen des Eigenschutzes untergetaucht sind.

Sollte es zu einer Verurteilung wegen schwerer räuberischer Erpressung kommen, drohen den beiden Bad Oeynhausenern mindestens drei Jahre Haft – Bewährung ist ausgeschlossen.




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