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Ex-Brauerei-Chef geht mit neuem Projekt an Öffentlichkeit

Ex-Brauerei-Chef erntet „Shitstorm“ wegen neuer Projekte

STADTHAGEN. Das ehemalige Brauereigelände und die dazugehörigen Gebäude füllen sich allmählich mit kleinen Betrieben. Besitzer Friedrich-Wilhelm Lambrecht rührt kräftig die Werbetrommel für seinen „Gewerbepark Alte Brauerei“. So hat er nun unter anderem die überlebensgroßen Gläser wieder aufstellen lassen, die in früheren Zeiten das Portal schmückten, dann aber bei einem Sturm zu Bruch gingen. Doch es gibt nicht nur Freude über das neue Leben an St. Annen, sondern auch Kritik. Vor allem ehemalige Mitarbeiter werfen dem früheren Brauerei-Chef mangelnde Empathie vor.

veröffentlicht am 07.02.2019 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 07.02.2019 um 20:20 Uhr

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Autor:

Jan-Christoph Prüfer
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STADTHAGEN. Das ehemalige Brauereigelände und die dazugehörigen Gebäude füllen sich allmählich mit kleinen Betrieben. Besitzer Friedrich-Wilhelm Lambrecht rührt kräftig die Werbetrommel für seinen „Gewerbepark Alte Brauerei“. So hat er nun unter anderem die überlebensgroßen Gläser wieder aufstellen lassen, die in früheren Zeiten das Portal schmückten, dann aber bei einem Sturm zu Bruch gegangen waren. Doch es gibt nicht nur Freude über das neue Leben an St. Annen, sondern auch Kritik. Vor allem ehemalige Mitarbeiter werfen dem früheren Brauerei-Chef mangelnde Empathie vor.

In einem Facebook-Post reagiert auch Bürgermeister Oliver Theiß, der gemeinsam mit Lambrecht auf einem Foto für den Gewerbepark posiert: „Bei allem Ärger aus der Vergangenheit sollten wir uns über bisher 50 neue Arbeitsplätze [...] freuen.“

Brauer Sören Gumprecht moniert dagegen im Gespräch mit dieser Zeitung, er und Kollegen hätten seinerzeit diverse Vorschläge gemacht, wie der Betrieb noch zu retten sei – darunter auch mit Gastronomie, wie Lambrecht sie jetzt neben einem Brauereimuseum plane. „Wir sagen nicht, dass das alles hundertprozentig funktioniert hätte, aber wir wollten es wenigstens versuchen“, erklärt der ehemalige Mitarbeiter.

Bei der zweiten Insolvenz 2016 hätten er und andere aber das Gefühl gehabt, Lambrecht habe das Unternehmen gar nicht vor der Pleite bewahren wollen. 13 Mitarbeiter verloren ihren Job. Bestätigt wird Gumprechts Einschätzung von Braumeister Enno Diedrich, beide wissen nach eigenen Angaben in ihrer Kritik auch den einstigen Betriebsrat Fritz Sölter bei sich.

Die Stadthäger Politik zeigt derweil Verständnis für beide Seiten. „Die nächste Gewerberuine kann sich niemand wünschen“, sagt Richard Wilmers, Sprecher der Wählerinitiative WIR. Aber: „Die öffentliche Präsentation war vielleicht nicht besonders klug.“

Der CDU-Fraktionschef Heiko Tadge möchte die Außenwirkung von Lambrechts PR-Offensive nicht bewerten. Jan-Philipp Beck (SPD) bezeichnet Lambrecht als „Reizfigur“, sagt aber auch, die Umnutzung sei Teil eines kaum zu vermeidenden Strukturwandels. „Ich freue mich, dass dort etwas entsteht“, so Ratsherr Ferdinand Feist von den Linken. „Aber damit so nach außen zu drängen, ist für manchen sicher eine Provokation.“

Bürgermeister Theiß wirbt dafür, Lambrecht „eine Chance zu geben, wieder aufzustehen“. Die jetzt auf dem Gelände ansässigen Firmen könnten „nichts für die Vergangenheit“.

Friedrich-Wilhelm Lambrecht wollte sich gegenüber dieser Zeitung nicht äußern.




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