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Wirtschaft im Weserbergland geht es super - aber es fehlt an Gewerbeflächen und qualifiziertem Personal

Firmen im Weserbergland wollen investieren

WESERBERGLAND. Die Konjunktur boomt: Zum vierten Mal in Folge beurteilen die Unternehmen der Region die aktuelle Geschäftslage besser als zuvor. 89,5 Prozent der Unternehmer bezeichnen in der Herbstumfrage des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen (AdU) ihre wirtschaftliche Situation als „befriedigend bis sehr gut“.

veröffentlicht am 23.11.2018 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 23.11.2018 um 18:18 Uhr

Den Unternehmen in Hameln geht es gut: Stephan Machinery baut Kessel für die Lebensmittelproduktion. Foto: Archiv/Wal
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Der Geschäftsführer des AdU, Dieter Mefus, sagt dazu gegenüber unserer Zeitung, dass die Lage in Handwerk, Handel, Industrie sowie bei den Dienstleistern „so anhaltend gut ist wie schon seit Langem nicht“. Wie schon in den Vorjahren sei auch 2018 ein wirtschaftlich gutes Jahr gewesen – „und auch für das Jahr 2019 herrscht in den Firmen ein ordentlich guter Optimismus“. Fast neun von zehn Befragten gehen davon aus, dass das Jahr 2019 entweder – auf bereits hohem Niveau – gleichbleibend gut oder sogar noch besser wird.

Die Kehrseite der brummenden Konjunktur ist allerdings, dass die Betriebe an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten. Viele Firmen würden deshalb gerne erweitern und auch neues Personal einstellen – doch es gibt zu jedem Wunsch auch ein Problem. Mefus: „Es fehlt an qualifiziertem Personal und es fehlt an ausreichend Gewerbeflächen.“ Es finden sich nicht genügend Mitarbeiter, der Wettbewerb und die Konkurrenz um Fachkräfte ist entsprechend groß. Nach Beobachtung des AdU braucht man im Weserbergland sechs bis neun Monate, um Fachkräfte zu rekrutieren – und sogar bis zu zwei Jahre, um Führungskräfte einzustellen. So wie auf dem Personalmarkt gibt es auch bei den Gewerbeflächen zu wenig Auswahl. Mefus sagt: „Es gibt im gesamten Weserbergland einfach zu wenig Flächen für Erweiterungen und Neuansiedlungen von Unternehmen. Und die Flächen, die es gibt, sind dann oftmals leider an der falschen Stelle.“ Die Fragen nach Personal und Flächen seien zwei Kernprobleme, warum Firmen hier nicht expandieren könnten.

Es fehlt an qualifiziertem Personal und es fehlt an ausreichend Gewerbeflächen.

Dieter Mefus, Geschäftsführer AdU

Der Boom kennt übrigens landesweit kein Ende. So hebt zum Beispiel das Handwerk seine Umsatzprognose für das laufende Jahr deutlich an. Erwartet wird nun ein Plus von fünf Prozent. Das geht aus dem Herbst-Konjunkturbericht des Zentralverbandes des Handwerks hervor. Im Frühjahr hatte der Verband noch ein Umsatzwachstum von „nur“ rund drei Prozent erwartet. Die Branche profitiert von der hohen Auslastung der Produktionskapazitäten – dadurch investieren Firmen stärker, die Bauinvestitionen steigen weiter an. Außerdem erlaube eine bessere Finanzlage den Kommunen wieder mehr Infrastrukturinvestitionen.

So ist auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt sehr positiv. Die Zahl der Beschäftigten steigt – die Arbeitslosenquote geht weiter zurück. In Niedersachsen haben seit diesem Jahr erstmals mehr als drei Millionen Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die gute Konjunktur hat vielen Menschen einen Job gebracht. Und so soll es offenbar auch bleiben: Nach internen Schätzungen geht die Arbeitsagentur davon aus, dass im Weserbergland im kommenden Jahr rund 2200 neue Arbeitsverhältnisse geschaffen werden. Wirtschaft | 41




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