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Trösterteddys sind fester Bestandteil von Einsätzen der Polizei und Rettungsdienste

Für Kinder in Krisensituationen

LANDKREIS. Sind Kinder Opfer von Unfällen, Verbrechen oder anderen Krisensituationen ist das immer besonders tragisch. Gerade wenn die Eltern sich nicht um die Kleinen kümmern können, weil sie selbst verletzt oder aus anderen Gründen abgelenkt sind, und uniformierte Helfer der Polizei oder des Rettungsdienstes erst mal Unsicherheit hervorrufen, führt das zu Ängsten bei den Kindern. Halt geben können in solchen Situationen die so genannten Trösterteddys.

veröffentlicht am 14.03.2019 um 00:00 Uhr

Die niedlichen Teddys, wie hier in Hameln, sollen auch in Schaumburg Kinder in Krisensituationen trösten. Symbolfoto: fn
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Auch im Landkreis Schaumburg sind die flauschigen Bären Teil der Einsätze von Polizei und Rettungsdienst. Andreas Bussmann, Bereichsleiter des Rettungsdienstes vom DRK Weserbergland, ergänzt: „Die Teddys nehmen den Kindern die erste Scheu, außerdem dürfen sie den Teddy behalten und verknüpfen im Nachhinein hoffentlich eine positivere Erinnerung an den Einsatz mit ihm.“ Aber auch den Rettern helfe der Teddy. Sie könnten durch ihn Schmerzen lokalisieren, wenn die jungen Patienten an dem Stofftier zeigen, wo es ihnen wehtut. Außerdem können die Retter die Behandlung am Teddy zeigen und den Kindern so die Angst nehmen. Da werde dann zum Beispiel dem Teddy eine Blutdruckmanschette angelegt, damit der kleine Patient ein Vorbild hat oder der Bär fragt, wo es dem Kind besonders wehtut. Bussmann fasst zusammen: „Das erleichtert die Untersuchung für alle Beteiligten.“

Axel Bergmann, Pressesprecher der Polizei Stadthagen, erklärt: „Die Trösterteddys kommen immer dann zum Vorschein, wenn Kinder beteiligt sind, zum Beispiel bei Unfällen oder im Streifenwageneinsatz bei häuslicher Gewalt.“ Die Teddys sollen die Kinder ablenken und Traumata verhindern, so Bergmann.

Die Bären der Polizei wurden vom Verein International Children Help sowie der Sparkasse Schaumburg finanziert, alle zwei bis drei Jahre gibt es Nachschub. „Aber wir können jederzeit Neue bekommen und müssen nicht sparen, trotzdem setzen wir sie nur gezielt ein“ führt der Polizeisprecher aus.

Das DRK nutzt hingegen eigene Teddys mit dem typischen Emblem. Es sei wichtig, dass die Bären keimfrei und einzeln verpackt seien, damit sie auf den Wagen vorrätig gehalten werden könnten. Außerdem müssten sie geprüft sein, damit sie auch für Kleinkinder unbedenklich seien. „Das macht Sachspenden schwer. Wir bezahlen pro Teddy ungefähr neun Euro, da wäre finanzielle Unterstützung sinnvoller als lieb gemeinte Bärenspenden“, erklärt Bussmann.

Auch die Feuerwehr nutzt die kuschligen Bären bei Einsätzen und hat deswegen auf jedem Wagen einen Teddy parat. „Sie spenden einfach Trost und lenken ab“, so der Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.

Eine Stiftung, die das Konzept der Trösterteddys maßgeblich deutschlandweit unterstützt ist die Deutsche Teddy Stiftung. Seit 1998 wurden durch sie in über 360 Gemeinden, unter anderem Stadthagen, schon rund 100 000 Bären für die Einsätze verteilt und konnten so schon für viele Kinder zu kuscheligen Mutmachern werden.erü




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