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Weserbergland Tourismus will Marktanteile zurückholen

Gästezahlen zurückgegangen

WESERBERGLAND. Die Gästezahlen im Weserbergland sind zurückgegangen. Um auch weiterhin im hart umkämpften Tourismus-Markt bestehen zu können, müssen Mitgliedskommunen und -kreise mehr Geld für den Weserbergland-Tourismus in die Hand nehmen.

veröffentlicht am 17.01.2019 um 18:05 Uhr

Durch ähnliche Angebote wie die Aussichtsplattform Skywalk auf den Hannoverschen Klippen bei Bad Karlshafen sollen Kommunen den Tourismus ankurbeln. Foto: Weserbergland Tourismus
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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WESERBERGLAND. „Das Weserbergland verliert Marktanteile auf dem touristischen Markt“, mahnt Heinz-Dieter Quack vom Europäischen Tourismus-Institut Trier. Bereits 2010 hatte er nach einer Marktanalyse für den Weserbergland Tourismus gefordert, das Budget des Tourismusvereins, dem Kommunen und Landkreise des Weserberglandes angehören, aufzustocken. Eine Reaktion der Mitglieder blieb jedoch damals aus. In einer zweiten Untersuchung ist das Trierer Institut jetzt zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Um auch weiterhin rund eine Milliarde Euro Wertschöpfung aus ihrem Fremdenverkehr zu ziehen und in diesem hart umkämpften Markt bestehen zu können, müssen Mitgliedskommunen und -kreise mehr Geld für den Weserbergland-Tourismus in die Hand nehmen.

Nach Auskunft von Weserbergland-Tourismus-Geschäftsführerin Petra Wegener hat es im Zuständigkeitsbereich ihres Vereins 2017 einen Übernachtungsrückgang von 1,9 Prozent gegeben. Im selben Jahr konnte die Lüneburger Heide jedoch die Zahl der Übernachtungen um 8,9 Prozent, der Harz sogar um 11 Prozent steigern. Für Wegener ein sicheres Alarmzeichen, dass vor dem Hintergrund eines wachsenden touristischen Wettbewerbsdrucks auch in Niedersachsen dringender Handlungsbedarf besteht.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand des Weserbergland Tourismus in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle und Quack im Vorjahr ein „Mittelfristiges Handlungs- und Maßnahmenprogramm (bis 2025)“ erarbeitet und verabschiedet. Demnach müssen den Gästen in den Weserbergland-Kommunen zum einen eine größere Erlebnisdichte und zum anderen bessere touristische Leistungen geboten werden. Für diese Aufpolierung der Infrastruktur sieht Wegener die Kommunen entlang der Weserschiene in der Pflicht.

Um den Tourismus aber auch künftig als Wachstumsbranche und wichtige Säule der wirtschaftlichen Stärke für das Weserbergland sowie Einkommen und Arbeitsplätze in der Region zu sichern, soll die Digitalisierungsstrategie mit einer Werbeoffensive in den Neuen Medien ausgebaut und die Organisationsstruktur in der Region verbessert werden.

Nach Berechnungen des Weserbergland Tourismus ist hierfür ab 2020 ein Budget von rund einer Million Euro erforderlich. Bei der Versammlung, die Ende vorigen Jahres in Bückeburg stattfand, reagierten die Mitglieder des Verbandes auf den daraus resultierenden erhöhten Finanzierungsbedarf jetzt mit einer Anpassung der Mitgliedsbeiträge ab 2020: Belief sich das 2018 erwirtschaftete Gesamtbudget der Weserbergland-Touristiker lediglich auf rund 700 000 Euro, wurde für die Mitgliedskommunen eine Betragserhöhung von 30 Prozent beschlossen.




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