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Reihe der Schaumburger Landschaft stellt Literatur vor, die sich mit dem Landleben beschäftigt, ohne zu idealisieren

Geschichten vom Dorfe

LANDKREIS. Deutschsprachige Literatur hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit dem ländlichen Raum ausein-andergesetzt. Die Schaumburger Landschaft will mit einer Reihe von Lesung darauf eingehen.
An Beispielen nennt die Landschaft in einer Ankündigung die Romane „Vor dem Fest“ von Sasa Stanisic und „Unterleuten“ von Juli Zeh. Diese und viele andere von der Kritik gelobten Bücher schilderten „das Leben auf dem Land in all seinen Facetten“. Sie spielen in realen ebenso wie in fiktiven Dörfern und Kleinstädten.

veröffentlicht am 12.04.2019 um 17:58 Uhr

Die Autoren Kathrin Seddig, Lisa Kreißler, Lukas Rietzschel und Maximiliane Spieß tragen aus ihren fertigen Romanen und Manuskripten in Obernkirchen und Meerbeck vor. Fotos: pr.
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Kennzeichnend für diese Prosa sei, dass sie den ländlichen Raum sowie seine Vergangenheit und Gegenwart nicht idealisiere, sondern in seiner komplexen Gemengelage beschreibt. Mehr noch: „Es könnte sein, dass Gesellschaftsromane überhaupt nur noch als Dorfromane möglich sind“, wird Literaturkritiker Jörg Magenau zitiert.

Die Literaturreihe wird mit jeweils zwei Lesungen an zwei „alten und zugleich neuen Orten“ in Schaumburg im Mai und Juni stattfinden. Die Veranstaltungen werden von Landschafs-Geschäftsführerin Lu Seegers moderiert. Im Anschluss wird es ein Gespräch mit der jeweiligen Autorin beziehungsweise dem Autor geben.

Am Donnerstag, 16. Mai, ist Lukas Rietzschel mit seinem im Ullstein Verlag erschienenen Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ zu einer Lesung im Gallhof in Meerbeck eingeladen. Das Buch thematisiert, wie Jugendliche in einem ostdeutschen Dorf in den Rechtsradikalismus rutschen.

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Ebenfalls im Gallhof liest am Mittwoch, 22. Mai, die Preisträgerin des Kulturpreises Literatur des Landkreises Schaumburg und des Debutpreises des Nicolas-Born-Preises des Landes Niedersachsen, Lisa Kreißler, aus ihrem neuesten Manuskript „Wir danken unseren Frauen für die Salate“. Das Buch handelt von der Rückkehr aus der Metropole aufs Land.

Im neu restaurierten Schafstall im Stift Obernkirchen wird am Donnerstag, 20. Juni Kathrin Seddig aus ihrem bei Rowohlt erschienenen Roman „Das Dorf“ (2017) lesen. Das Buch thematisiert die Sommerferien von zwei Jugendlichen im ländlichen Norddeutschland, die beginnen, ihr gewohntes Umfeld mit kritischen Augen zu betrachten. Seddig selbst lebt in einem kleinen Dorf im Alten Land.

Am Donnerstag, 27. Juni, wird Maximiliane Spieß, ebenfalls Preisträgerin des Kulturpreises Literatur des Land-kreises Schaumburg, im Schafstall im Stift Obernkirchen aus ihrem Manuskript „Je länger der Tag, je kürzer der Faden“ lesen. Das Buch handelt von der Rückkehr eines Soldaten nach dem Ersten Weltkrieg in ein komplexes Familiengefüge.




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