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Ein Drache für den Kanuclub

Graffito ziert Lkw-Container der KSG Minden

MINDEN. Achim Riemekasten nennt es eine „geile Nummer“. Damit meint er das Graffito, das in den vergangenen Wochen bei der Kanusportgemeinschaft (KSG) Minden an der Weserpromenade entstanden ist. Was steckt dahinter? Wir waren vor Ort:

veröffentlicht am 06.06.2019 um 00:00 Uhr

Die KSG hat nun ein imposantes Graffito vorzuweisen. Ein Gemeinschaftsprojekt von Achim Riemekasten (v. li.), Marie Töpper, Tilo Hagemeyer und Mattias Voß von Hack & Lack. Foto: Detlef Müller/pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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MINDEN. Achim Riemekasten nennt es eine „geile Nummer“. Damit meint er das Graffito, das in den vergangenen Wochen bei der Kanusportgemeinschaft (KSG) Minden an der Weserpromenade entstanden ist. Ein buntes Bild ziert nun den bis dato farblosen ausrangierten Lastwagen-Container des Clubs. Gemalt haben es Mattias Voß und Tilo Hagemeyer von Hack & Lack, dem Verein, der auch das gleichnamige Graffiti-Festival veranstaltet.

„Der Container an sich, den wir als Lagerraum nutzen, war nicht so schön anzusehen, da stellte sich uns die Frage, wie sich das ändern lassen könnte“, erzählt Achim Riemekasten, der Vorsitzende der KSG Minden. In einem Gespräch mit Marie Töpper vom Kulturbüro der Stadt Minden sei dann der Name Mattias Voß gefallen – auch bekannt unter seinem Künstlernamen Lord Scan, als welcher er mit der Mindener Rap-Crew Der Klan bereits ein Stück deutscher Hip-Hop-Geschichte geschrieben hat. Mehr noch: 2009 rief er das Hack & Lack (damals noch Grillen & Lackieren) ins Leben, ein Graffiti-Festival, das einmal im Jahr zahlreiche internationale Graffiti-Künstler aus ganz Deutschland an das Anne-Frank-Kreativzentrum lockt.

Denn da das Mindener Kulturbüro im Zusammenhang mit dem Projekt „Stadtbesetzung“, einem überregionalen Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Kultursekretariats NRW Gütersloh, stets Künstler suche, die sich an dem Projekt mit Aktionen beteiligen, sei Marie Töpper mit Mattias Voß alias Lord Scan in Kontakt getreten. „So konnte das Graffiti-Projekt im Rahmen der ,Stadtbesetzung‘ gefördert werden“, erläutert Marie Töpper.

Gemeinsam mit Diplom-Designer Tilo Hagemeyer aus Bad Oeynhausen nahm sich Mattias Voß im Frühjahr der Sache an der Weserpromenade an. Sie griffen das Hauptthema der KSG – das Kanufahren – auf und verarbeiteten es künstlerisch in dem Bild, das nun an dem Container zu sehen ist.

Es zeigt ein riesiges Meeresungeheuer mit Drachenkopf auf dem zwei Taucher, einer davon mit Kanupaddel, zu reiten scheinen. Apokalyptisch im Hintergrund: der umgekippte Fernsehturm von Porta auf dem Meeresgrund – oder ist es der Flussgrund der Weser? Atlantis lässt jedenfalls grüßen.

Und klar: Der Drachenkopf ist eine Anspielung an den Weser-Drachenboot-Cup, den die KSG regelmäßig veranstaltet. Achim Riemekasten ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Das Bild ist visuell ein echtes Highlight an der Weserpromenade“, sagt er.

Finanziert wurde das Projekt vom Kultursekretariat NRW Gütersloh, dem Kulturbüro der Stadt Minden und der KSG Minden selbst.




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