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GVH: Verhandlungen stehen weiter still

Die Ausweitung des GVH-Tarifs auf Schaumburg soll Bahnfahren im Landkreis bis zu 28 Prozent günstiger machen. Doch die 2012 gestarteten Verhandlungen stehen still - und das bereits seit einem Jahr. Unsere Zeitung hat beim Landkreis nachgefragt, warum die Planungen stagnieren - und wie es nun weitergeht.

veröffentlicht am 06.09.2019 um 18:16 Uhr

LANDKREIS. Eigentlich hatte es schon Anfang 2018 losgehen sollen, aber bis heute hat sich immer noch nichts getan mit der seit 2012 geplanten Ausweitung des günstigen GVH-Tarifs auf Einzeltickets. Diese würde für Bahnreisende etwa aus Bückeburg Einsparungen von bis zu 38 Prozent bedeuten.

In die von der Region Hannover koordinierten Verhandlungen mit den betroffenen Bahnunternehmen hatte sich vor einem Jahr auch das niedersächsische Verkehrsministerium eingeschaltet – bislang ohne Erfolg. „Uns wurde im Sommer mitgeteilt, dass noch kein Durchbruch erzielt worden ist“, berichtet Schaumburgs Erster Kreisrat Klaus Heimann auf Anfrage: „Das ist sehr enttäuschend, denn in die Vermittlung durch das Verkehrsministerium hatten wir schon gewisse Hoffnungen gesetzt.“

In den Verhandlungen geht es vor allem um Forderungen der Bahnunternehmen nach Ausgleichszahlungen durch Landkreise und Region für die durch den Tarif-Rabatt verursachten Mindereinnahmen. Die Forderungen der Unternehmen und die Summe dessen, was Landkreise und Region zu zahlen bereit sind, klaffen auseinander. „Und das obwohl es dazu schon mehrere externe Gutachten gibt“, weiß Heimann.

Dass die Sache so lange nicht zum Erfolg kommt, „das verstehen wir nicht mehr“, merkt Heimann namens des Landkreises verstimmt an. Bei der vor Jahren vorgenommenen Ausweitung des Hamburger Verkehrs-Verbandes auf das dortige Umland, nicht zuletzt mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen, „hat es diese Probleme nicht gegeben“, führt der Kreisrat an. Soll indirekt wohl heißen: Auch im Falle des GVH könnte das Land sich finanziell beteiligen, zumindest durch eine Anschubfinanzierung.

Gerade vor dem Hintergrund der zunehmend wichtiger werdenden Klimadebatte gewinne der Ausbau des ÖPNV immer mehr an Bedeutung, führt Heimann ins Feld: „Da darf man so ein Thema wie die Ausweitung des GVH-Tarifs auf Einzeltickets nicht einfach ad acta legen.“ Er könne sich vorstellen, dass es in dieser Sache eine neue politische Initiative geben werde, um den Verhandlungsprozess wieder zu beleben. 

Von Stefan Rothe




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