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Missbrauch-Vorwüfe von Lügde

Hamelner Landrat nimmt Stellung zu möglichem Behördenversagen

Nach dem jahrelangen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde / Elbrinxen wird die Rolle der Jugendämter untersucht. Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels (SPD) nimmt dazu Stellung.

veröffentlicht am 05.02.2019 um 12:01 Uhr
aktualisiert am 05.02.2019 um 13:38 Uhr

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Der jahrelange Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde an der Grenze zu Niedersachsen wirft Fragen nach einem möglichen Behördenversagen der zuständigen Jugendämter auf. Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels (SPD), nimmt Stellung zu dem Fall. Dabei geht es um den Missbrauch an einem Mädchen, das sich in der Obhut des 56-jährigen Hauptverdächtigen befand. Der Landkreis Hameln-Pyrmont ist mitunter für sie zuständig, weil ihre Mutter dort lebt.

Durch eine Entscheidung des Jugendamts in Hameln habe das Kind bei dem 56-Jährigen auf dem Campingplatz gelebt, erklärte das Jugendamt des Nachbarlandkreises Lippe vergangene Woche. Opfer und mutmaßlicher Täter sollen miteinander verwandt sein. Bereits Ende 2016 soll der Verdacht der Verwahrlosung des Kindes anzeigt worden sein. Das Jugendamt des Kreises Lippe (Nordrhein-Westfalen) hatte nach eigener Darstellung die Situation vor Ort geprüft, aber keine Hinweise darauf gefunden. Man habe aber empfohlen, die Unterbringung und häusliche Situation auf Dauer zu verändern. Diese Einschätzung und der Hinweis auf eine latente Kindeswohlgefährdung seien an das zuständige Jugendamt nach Hameln weitergeleitet worden, erklärte das Jugendamt des Kreises Lippe. Dies sei mit der Bitte verbunden gewesen, die Unterbringung des Mädchens zu überprüfen. Die Polizei ermittelt nun gegen beide Jugendämter.

Zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen (56 und 33 Jahre alt) sollen auf dem Campingplatz in Elbrinxen mindestens 29 Kinder gefilmt und missbraucht haben. Ein dritter Mann aus Stade soll als Auftraggeber aufgetreten sein. Bei den Opfern handelt es sich laut Polizei um 26 Mädchen und drei Jungen. Sie seien zur Tatzeit zwischen 4 und 13 Jahre alt gewesen.




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