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Nach Bombendrohung: Hochzeitsgesellschaft feiert auf Hallenboden weiter / Kreisverwaltung arbeitet Vorfall auf

Irritationen über Feier in der Sporthalle

STADTHAGEN. Die Verlegung der türkischen Hochzeit in die Kreissporthalle aufgrund der Bombendrohung für die Festhalle hat noch ein Nachspiel. Bei der Kreisverwaltung begann am Montag die Aufarbeitung des Ausnahmezustandes von Sonnabend. Derweil ermittelt die Polizei mit Hochdruck nach dem Täter, der die Drohung ausgesprochen hat. An einer Telefonzelle konnten die Beamten Spuren sichern, die nun ausgewertet werden.

veröffentlicht am 16.04.2018 um 18:29 Uhr

Polizei, Feuerwehr und DRK stimmen sich nach der Bombendrohung gegen eine türkische Hochzeit ab. Foto: sk .

Autor:

Verena Insinger
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„Wir haben mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass die Feier in der Kreissporthalle offenbar weitergegangen ist“, sagt Kreissprecher Klaus Heimann auf Anfrag. Für ihn bestehe „ein riesen Unterschied zwischen einer Evakuierungslage und der Fortsetzung einer Hochzeitsfeier“. Offenbar bekam die Situation eine gewisse „Eigendynamik“.

Videoaufnahmen, die der Redaktion vorliegen, zeigen, wie Hunderte Gäste der türkischen Hochzeit den Hallenbereich sowie die Galerie der Landkreis-Einrichtung betreten. Die Stimmung ist ausgelassen. Gäste tanzen auf dem Hallenboden, für den eigentlich sehr strenge Regeln gelten. Wenig später trifft das Ehepaar ein. Die Menge, mehr als 900 Teilnehmer, jubelt. Die Live-Band spielt. Der Ehetanz folgt, umringt von Dutzenden Tänzern. Kinder toben durch die Halle, nutzen Trampoline, Sprosswände, Matten.

Die Entscheidung, die Hochzeitsgesellschaft vom Festplatz in die Kreissporthalle zu verlagern, haben nach Angaben der Verwaltung alle Beteiligten Organisationen und Behörden entschieden. Auf Basis des Sicherheitskonzeptes der Regionalschau wird die Kreissporthalle für diese Menge an unterzubringenden Personen angegeben. DRK, Polizei und die örtliche Einsatzleitstelle (ÖEL), angegliedert an der Kreisverwaltung, mussten schnell handeln. Immerhin standen die 900 Gäste bei kühlen Temperaturen vor der geräumten Festhalle – ohne Wertsachen, ohne Jacken, da es schnell gehen musste.

Das DRK lieferte Getränke zur Kreissporthalle, wo die Feier weiterging. Foto: pr
  • Das DRK lieferte Getränke zur Kreissporthalle, wo die Feier weiterging. Foto: pr

Nachdem die Gesellschaft – eskortiert von der Polizei – an der Schachtstraße ankam, schloss nach Angaben von Heimann ein Feuerwehrmann die Halle auf.

Wer dann das Sagen vor Ort hatte, will die Verwaltung nun aufarbeiten. Denn in Folge der Öffnung verteilte sich die Gesellschaft eigenmächtig in der großen Halle. Das DRK hatte den einen Bereich für die Personen und die andere Halle für die Kinder und als Ruhebereich vorgesehen.

Trotz allem, betont die Kreisverwaltung, sei das immer noch eine Evakuierungssituation gewesen und kein Fortführen der Feier nur an anderer Stelle. Dennoch nahm der Abend einen Fortgang, der weniger an Notsituation erinnerte. Das Catering wurde von den Veranstaltern in die Kreissporthalle bestellt.

Da die Gäste seit längerem ohne Getränke waren, holte des DRK für 780 Euro Softdrinks und Wasser aus dem benachbarten Rewe. Das ordnete nach Angaben von Bernd Koller, Präsident des DRK, die ÖEL an. Wer für die Rechnung in Höhe von 780 Euro aufkommt, ist noch unklar. „Wir stellen es dem Landkreis in Rechnung, da der Auftrag über die ÖEL kam“, erläutert der Koller.

Die DRK-Helfer betreuten die Feier bis zum Schluss, etwa 2.30 Uhr. Im Anschluss reinigten sie die Halle samt Foyer grob. Mitsamt der erforderlichen Nacharbeit war das 15-köpfige Team nach Angaben von Koller um 4 Uhr fertig mit seinem Einsatz.

Am nächsten Morgen dann machten sich Koller und der Hallenwart einen Eindruck vom Zustand, räumten mit weiteren DRK-Mitgliedern die restlichen Gerätschaften weg, schafften Ordnung.

Dann kamen ein Reinigungsteam und die Müllabfuhr – außer der Reihe, da die Mülleimer überquollen.




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