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Politik einstimmig für neuen Flächennutzungsplan mit Konzentrationsgebiet in Silixen

Jetzt doch: Zwei Windräder in Silixen möglich

veröffentlicht am 29.09.2016 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:13 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite

SILIXEN. Im Bereich der Grenze zu Krankenhagen, könnten demnächst in Silixen zwei Windräder aufgestellt werden. Einstimmig haben gestern die Extertaler Politiker den neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde verabschiedet und damit auch eine Konzentrationszone für Windenergieanlagen ausgewiesen, die sich in Silixen befindet.

Wirklich einig war man sich bei der Entscheidung jedoch keineswegs. „Es ist ein überparteilicher Kompromiss, denn bereits 2013 haben wir den Grundsatzbeschluss für einen neuen Flächennutzungsplan gefasst“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende, Christian Sauter, auf Anfrage unserer Zeitung.

Darin enthalten seien selbstverständlich auch die Konzentrationsgebiete – allerdings mit möglichst geringem Ausmaß –, denn nur so konnte die Privilegierung verhindert werden. „Ohne das Konzentrationsgebiet hätte es eine ,Verspargelung‘ des Gebietes geben können“, so Sauter.

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Zu einer Entscheidung ist es vorgestern im Ausschuss für Planen, Bauen und Gemeindeentwicklung der Gemeinde Extertal sowie im Rat gekommen, um endlich einen Abschluss zu erzielen. Der alte Flächennutzungsplan von 1973 hat bereits 52 Änderungsverfahren durchlaufen. „Wir mussten handeln, zumal für den neuen Flächennutzungsplan bereits 140 Einzelbeschlüsse durch notwendige Beteiligungen gefasst waren“, so Sauter.

Vorbehalte gegen die Windkraftfläche gibt es aber. Im Mai hatten die Ausschussmitglieder noch gegen die etwa 14 Hektar große Silixer Fläche für Windkraftanlagen gestimmt – unter anderem weil der Uhu dort in der Nähe sein Brutgebiet hat, sollte dieses Konzentrationsgebiet aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden. Einen Monat später kam die Kehrtwende. Acht der 13 anwesenden Ausschussmitglieder stimmten dafür, das Konzentrationsgebiet wieder aufzunehmen, und machten damit den Weg für ein bis zwei Windräder frei.

In Silixen gibt es einige Bürger, darunter auch Politiker, die aus den unterschiedlichsten Gründen für Windräder in Silxien sind und sich dafür starkmachen. Aber bereits gestern, direkt nach der Entscheidung, haben einige Silixer Bürger mit Klagen gedroht. Diese hätten aufschiebende Wirkung.

Auch eine Bürgerinitiative gegen die Windkraftfläche soll gegründet werden.

Die Stadt Rinteln und der Landkreis Schaumburg, die als direkte Nachbarn Stellung zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes nehmen konnten, haben sich gegen das Konzentrationsgebiet Silixen ausgesprochen. Begründung ist, dass „eine avifaunistische Überprüfung der Fläche ergeben hat, dass die Fläche als kritisch einzustufen ist“. Dies soll heißen, dass die Entfernung der geplanten Windräder zum Schutzgebiet „Kameslandschaft“ zu gering ist, in der Region der Uhu sein Revier hat, der Seeadler beobachtet wurde und somit aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen das Vorranggebiet in Silixen nicht als optimal einzustufen ist.

Nicht nur, dass die Bezirksregierung Detmold den neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Extertal noch genehmigen muss, auch die angekündigten Klagen können noch für einige weitere Jahre für einen Stillstand des Projektes sorgen.




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