weather-image
Umfangreiche Ermittlungen führen zu Beschuldigtem / Schuss soll sich versehentlich gelöst haben

Jogger angeschossen: Schütze ermittelt

LAUENHAGEN. Aufatmen in Lauenhagen: Die Polizei hat im Fall des angeschossenen Joggers einen Beschuldigten. Zur Person wollten die Ermittler nichts bekannt geben. Nur so viel: Der Schütze ist Schaumburger und hat eine Waffenbesitzkarte.

veröffentlicht am 22.10.2018 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 23.10.2018 um 11:51 Uhr

Autor:

Verena Gehring
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

LAUENHAGEN. Wie berichtet, war am 17. Juli ein 31 Jahre alter Familienvater mit seinen drei Kindern auf dem Feldweg in der Verlängerung der Straße Westerfeld unterwegs, als er plötzlich einen Schlag gegen den Kopf spürte und zu Boden ging. Ein Mediziner am Klinikum in Vehlen stellte in der Wunde Blei fest und brachte die Ermittlungen in Gang. Seitdem arbeiteten die Polizei in Stadthagen und die Staatsanwaltschaft auf Hochtouren.

Eine Ermittlungsgruppe mit acht Beamten sowie Unterstützer aus weiteren Abteilungen beschäftigten sich mit dem ominösen Fall. „Wir konnten ja nicht ausschließen, dass ein Irrer mit einer Waffe rumläuft und wahrlos umherschießt“, blickt Polizeisprecher Axel Bergmann auf den Anfang der Ermittlungen zurück. Auch die Lauenhäger seien mehr als verunsichert gewesen.

Großangelegte Suchaktionen im Bereich des Feldes führten zu keinen neuen Erkenntnissen. Immerhin glich die Suche nach einem möglichen Geschossteil auf diesem unübersichtlichen Areal der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der Einsatz eines Metalldetektors brachte ebenfalls nichts, wie Jörg Stuchlik, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, erläutert.

Glücklicherweise meldeten sich zwei sogenannte Sondengänger auf der Dienststelle und boten ihre Hilfe an. Ausgestattet mit sensibleren Geräten kam der erste große Durchbruch. Das Duo aus Schaumburg fand tatsächlich ein Projektil. Experten beim Landeskriminalamt (LKA) konnten die DNA des 31-Jährigen an besagtem Geschoss feststellen. Bei dem Fund handelte es sich um den gesuchten Gegenstand.

Weitere Untersuchungen des Projektils beim LKA führten zum Munitionstyp, einer 22er Magnum. Da in Schaumburg drei Waffen gemeldet sind, die diese Patronen abfeuern können, und alle drei auf eine Person zugelassen sind, hatte die Polizei leichtes Spiel.

Bei einer Hausdurchsuchung sicherten die Beamten die Waffen. Umfangreiche Untersuchungen beim LKA und sogar dem Bundeskriminalamt ergaben: Aus einer der Waffen wurde die Patrone gefeuert, die den jungen Familienvater am Kopf getroffen hatte. Bei der Vernehmung reagierte der Schaumburger auf den Beweisdruck und gab zu, dass sich beim Hantieren mit der Waffe ein Schuss gelöst hat. Warum sich der Mann trotz der öffentlichen Suche nicht bei der Polizei gemeldet hat, bleibt wohl sein Geheimnis.

Die Akten liegen nun bei der Staatsanwaltschaft. Dort wird entschieden, wie es mit dem Fall weitergeht. Gleichzeitig muss der Landkreis als Waffenbehörde prüfen, ob der Mann geeignet ist, Waffen zu führen.

Polizei und Staatsanwaltschaft atmen derweil auf, diesen Vorfall aufgeklärt zu haben, der auch tödlich hätte enden können. „Es haben nur Zentimeter gefehlt, dann hätte es mindestens einen Toten gegeben“, betont Stuchlik.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels wurde berichtet, dass der Schütze in Besitz eines Waffenscheins sei. Richtig ist, dass er laut Polizei eine Waffenbesitzkarte besitzt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.




Kommentare