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SPD-Unterbezirksvorsitz Beck kandidiert als Stellvertreter

Karsten Becker will als SPD-Parteichef aufhören

LANDKREIS. An der Spitze der Schaumburger SPD bahnt sich ein Wechsel an: Nach dann zwölf Jahren als Unterbezirks-Vorsitzender will Karsten Becker auf dem Parteitag im März nicht mehr antreten. Dem Stadthäger könnte Carsten Ruhnau nachfolgen. Der 41-jährige Studienrat aus Rinteln bestätigte auf Anfrage seine Kandidaturpläne.

veröffentlicht am 22.11.2018 um 15:49 Uhr

K. Becker

Autor:

Marc Fügmann
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Ruhnau gehört dem Unterbezirksvorstand bereits an. Vor zwei Jahren wurde er neben Katrin Hösl zu einem der beiden Stellvertreter Beckers gewählt. Der amtierende Kreisparteichef begründet seinen angekündigten Rückzug unter anderem mit Hinweis auf sein Alter. Mit Vollendung seines 60. Lebensjahres in Sommer habe er sich entschieden, in Zukunft kürzer zu treten. Der Zeitpunkt sei von ihm so gewählt, dass einem Nachfolger ausreichend Zeit bleibe, die Kommunalwahl im Jahr 2021 an maßgeblicher Stelle mit einem eigenen Team vorzubereiten.

Die SPD stehe aber auch darüber hinaus vor vielen Herausforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung gehe es etwa darum, neue Formen der Kommunikation zu etablieren. „Das können Jüngere vermutlich besser als ich“, glaubt Becker.

Sein Landratsmandat will er auch nach der Abgabe des Parteivorsitzes behalten, stellt der gelernte Polizeibeamte klar. Die Arbeit im Parlament mache ihm noch immer viel Spaß. Mittlerweile in der dritten Legislaturperiode, verfüge er in Hannover über ein großes Netzwerk, das ihm helfe, die Interessen Schaumburgs erfolgreich zu vertreten.

C. Ruhnau
  • C. Ruhnau

Wenn Ruhnau auf dem Parteitag am 30. März seinen Hut in den Ring wirft, ist ihm die Unterstützung des Unterbezirksvorstands schon jetzt sicher. Das Gremium hat sich unlängst nicht nur für ihn als Becker-Nachfolger ausgesprochen, sondern auch dafür, den Stadthäger SPD-Chef Jan-Philipp-Beck als neuen Stellvertreter zu nominieren. Eine Konstellation, auf die sich Beck und Ruhnau im Vorfeld untereinander verständigt haben sollen.

Der Rintelner, der im Alter von 18 Jahren in die Partei eingetreten ist, will im Fall seiner Wahl klassische SPD-Themen ins Zentrum seiner Arbeit rücken: Arbeit und soziale Gerechtigkeit. „Und damit den Kern dessen, was Sozialdemokratie immer ausgemacht hat“, wie er betont.

Mit Blick auf die bundesweit derzeit schlechten Umfrage- und Wahlergebnisse warnt Ruhnau seine Partei davor, den Kontakt zur Bevölkerung zu verlieren. „In Schaumburg ist die lokale Verankerung glücklicherweise noch sehr groß.“ Doch auch hier sei es wichtig, die Partei über den jeweiligen Ortsverein hinaus zu öffnen, um möglichst viele Interessierte für eine thematische Mitarbeit gewinnen zu können.

Ruhnau stammt aus Hannover, hat jedoch familiäre Wurzeln in Rinteln. Seit elf Jahren lebt er mit seiner Ehefrau und inzwischen zwei kleinen Kindern in der Weserstadt. Dort arbeitet er als Politik- und Englischlehrer am Gymnasium Ernestinum.

Jan-Philipp Beck hat beruflich früh Karriere in der Landesverwaltung gemacht und ist derzeit im Wirtschaftsministerium tätig. Schon im Alter von 20 Jahren übernahm er den Vorsitz des SPD-Stadtverbands Stadthagen. Im Rat der Kreisstadt führt er als Sprecher die Ampel-Mehrheitsgruppe an. Über die politischen Ambitionen des 28-Jährigen gibt es immer wieder Spekulationen. Beobachter halten es für denkbar, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt um Beckers Nachfolge im Landtagswahlkreis Schaumburg bewerben möchte.

Die Delegierten für den Parteitag Ende März werden von den rund 1800 Schaumburger SPD-Mitgliedern zu Jahresbeginn bestimmt. Möglicherweise weitere Bewerber um die zu vergebenen Vorstandsposten können sich noch bis zum Wahlabend erklären.




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