weather-image
24°

Hauptverdächtiger Jörg W. soll die tödlichen Schläge ausgeführt haben

Kevin R. sagt im Prozess um Hiller Dreifachmord erstmals aus

HILLE/BIELEFELD (sbo/nik). Beim Prozess um den Hiller Dreifachmord hat sich der Mitangeklagte Kevin R. am Freitag vor Gericht das erste Mal selbst geäußert. Der 24-Jährige sprach teils selbst mit dem Richter, teils über seinen Anwalt Peter Jahn. Konkret ging es um die Frage, ob der Ziehsohn des Hauptverdächtigen Jörg W. bei der Tötung des Libanesen Fadi S. aktiv beteiligt war oder nur Beihilfe leistete.

veröffentlicht am 29.03.2019 um 11:33 Uhr

mt-kevin-r-190329-1041-85627649

Die Spurensicherung hatte keine Fingerabdrücke am Hammer gefunden, mit dem der 30-jährige Familienvater im März erschlagen wurde und geht deshalb davon aus, dass der Täter Handschuhe trug. Kevin R. will das Gericht durch seine Aussage nun davon überzeugen, dass nicht er die tödlichen Schläge ausführte, sondern Jörg W.. Eine SIM-Karte, auf der R. Fingerabdrücke von sich vermutet, soll seine Aussage belegen.

Laut Information von R. habe der Libanese am Tatabend bereits durch einen vorigen Schlag am Kopf geblutet, als er ihn gemeinsam mit W. zu einer Pferdebox in der Scheune von Gerd F. gezogen habe. R. will dabei an den Füßen des Opfers gewesen sein, W. soll sich am Kopf befunden haben. Kevin behauptet nun, dass er das Opfer nach Handy und Autoschlüssel durchsuchte, während sein Ziehvater dem Libanesen die tödlichen Schläge gegen den Kopf versetzte.

Als Beweis für seine Aussage gab der 24-Jährige den Ermittlern einen Hinweis, wo sie Mobiltelefon und SIM-Karte von Fadi S. finden können. Die Spurensicherung untersuchte daraufhin am Dienstag erneut die Höfe von Jörg W. und dem ebenfalls getöteten Gerd F.. Die SIM-Karte wurde dabei in der Scheune gefunden, in der auch das Opfer Fadi S. lag. Kevin R. will die Karte zerschnitten und dort gelassen haben. Das Handy soll er in einem roten Sonnenschirm an der Gartenhütte von Jörg W. versteckt haben. Die Ermittler konnten es am Dienstag nicht mehr auffinden. Es ist möglich, dass es von den neuen Besitzern des Hofes beim Entrümpeln entsorgt wurde, die Gartenhütte wurde bereits vor Wochen abgerissen.

Laut Kevin R. müssten Fingerabdrücke von ihm auf der SIM-Karte zu finden sein. Mit diesen will er belegen, dass er zum Tatzeitpunkt keine Handschuhe trug und somit nicht das Tatwerkzeug in der Hand gehabt haben kann. Am Hammer, mit dem Fadi S. getötet wurde, wurden keine Fingerabdrücke gefunden, was die Ermittler zu dem Schluss bringt, dass der Täter Handschuhe trug. R. behauptet außerdem, dass er nichts von dem Mord an Fadi S. wusste und somit von der Tat überrascht wurde.

Jörg W. steht wegen dreifachen Mordes vor Gericht. Er soll seinen Nachbarn, einen landwirtschaftlichen Helfer und den Libanesen Fadi S. aus Habgier getötet haben. Sein Ziehsohn Kevin R. ist wegen zweifachen Mordes und Beihilfe zum Mord angeklagt.  mt  (sbo/nik)




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare