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Einziges Klinikum ist grundsätzlich gegen Abtreibung / Kompromiss hilft kaum

Klinik erschwert Abtreibung: Das sagen unsere Leser

Gestern hat die SZ/LZ öffentlich gemacht, dass der Agaplesion-Konzern grundsätzlich gegen Abtreibungen ist. Er betreibt das einzige Krankenhaus im Landkreis. Auch ein Kompromiss, der Abtreibungen ermöglichen sollte, wird offenbar kaum genutzt.  Und auch in keiner gynäkologischen Praxis sind Abtreibungen möglich. In zahlreichen Kommentaren und Leserbriefen haben sich Schaumburger an unsere Zeitung gewandt. Wir präsentieren hier eine Auswahl.

veröffentlicht am 01.10.2021 um 19:00 Uhr

Die überwältigende Mehrheit der Kommentatoren äußerte sich empört oder wütend. Allerdings gab es durchaus auch Stimmen, die Verständnis für die Haltung von Agaplesion zeigten. So schrieb etwa die Rintelnerin Iris Melsa: "Abtreibungen sind ja nun wirklich nichts Gutes. Und in meinen Augen nur in bestimmten Gründen überhaupt nur zuspruchsfähig. Und wenn die das dann trotzdem nicht machen, es gibt genug andere Krankenhäuser."

Krankenhaus sollte frei von Religion sein

Viele Schaumburger verurteilten das Zusammenspiel von Religion und Krankenhäusern. Laura Depping schrieb: "Religion gehört in kein Krankenhaus!" Auch Sandra Wübker äußerte sich empört: "Ich denke, ein Krankenhaus ist dazu da, Menschen in Not zu helfen. Da darf Religion keine Rolle spielen und keine Bedingung sein."

Timothy Thompson: "Und demnächst muß man Ev. Getauft sein damit man dort behandelt wird?!"

Stefan Schmidt: "Christlicher Konzern??? Einfach lächerlich"

Tuba Helikon erinnerte an die Diskussion über eine vorschnelle Impfung für die Geschäftsführung des Krankenhauses: "Nur zur Erinnerung in Bezug auf christliche Wertvorstellungen der Agaplesion"

Bei Abtreibung Rückschritt in die Vergangenheit

Susanne Herrmann schreibt: Bald lassen sich wieder die Schwangeren von irgendwelchen Dubiosen Leuten einen Abbruch machen und können dann später keine Kinder mehr bekommen oder erkranken an Blutvergiftung oder im schlimmsten Fall, sterben sie. Echt super.... Es gibt nun mal Situationen, wo es gut ist, auf legalen Wegen einen Abbruch machen lassen zu dürfen."

Stefanie Hubert schreibt: Es ist ein ernster Schritt den jede Frau, die sich dazu entscheidet diesen Schritt zu gehen, sehr gut überlegt. Diese Frau muß für den Rest ihres Lebens damit leben diesen Schritt zu gehen und keine Frau geht diesen Schritt ohne einen ernsthaften Hintergrund und genau aus diesem Grund sollte diesen Frauen geholfen werden. Diese Frauen gehören nicht verurteilt und sollten in jedem Krankenhaus respektvoll behandelt werden.

"Mittelalter lässt grüßen!",schreibt Heike Sievers

Fatima Buljevic: "Traurig. Das ist echt ungläubig."

Mit einem Wort fasst Christoph Leier seine Sicht zusammen: "Skandalös."

Unser Leser Frederik Eix aus Rinteln schrieb uns den folgenden Leserbrief:

"Man muss froh sein und der SZ Anerkennung zollen, dass diese Zeitung sich des Themas der Verweigerung von Schwangerschaftsabbrüchen im beherrschendem Krankenhaus unseres Landkreises in Vehlen einmal annimmt.

Hoffentlich bleiben die Redaktion mit Herrn Gokl und mit der Korrespondentin Cornelia Kurth weiter an diesem Thema dran.

Auch ich bin, wie wohl viele andere Menschen, grundsätzlich gegen Abtreibungen aber sehe ein, dass es Situationen gibt, in denen Frauen sich zu einer solchen mit inneren Kämpfen durchringen wollen. Und es ist meine Überzeugung, dass letztlich einzig die Frau über ihren Leib bestimmen muss, ob dieser eine Geburt durchmachen oder verhindern soll.

Wenn eine weltanschauliche Organisation wie z. B. die Evangelische Kirche, die über das Agaplesion Krankenhaus bestimmt, eine andere Auffassung hat, dann darf sie diese Auffassung in ihren steuerbegünstigten kommunalen Kliniken nicht der Allgemeinheit aufzwingen. Andernfalls brauchten wir andere Kliniken neben Agaplesion. Mir erscheint die Haltung von Agaplesion auch eher unchristlich, wenn Frauen in inneren Notlagen nicht geholfen wird."

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Weitere Leserbriefe zu diesem Thema können Sie an sz@szlz.de schicken. Bitte nicht mehr als 450 Wörter. Sollten Sie einen Abdruck in der Tageszeitung wünschen, benötigen wir den vollen Namen und Adresse. Veröffentlicht wird aber lediglich Ihr Name sowie Ihre Heimatgemeinde.




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