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Mordserie in Hille lässt Zahl der Tötungsdelikte nach oben schnellen

Kriminalität auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren

MINDEN. Die Zahl der angezeigten Straftaten ist im vergangenen Jahr im Kreis Minden-Lübbecke in fast allen Bereichen zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Dieses Ergebnis präsentierte die Kreispolizeibehörde zur Pressekonferenz der Kriminalitätsstatistik. Bei den Tötungsdelikten gab es allerdings einen massiven Zuwachs – was nicht zuletzt durch die Mordserie in Hille begründet ist.
Zu einem Anstieg bei den ermittelten Drogendelikten kam es durch eine verstärkte Ausrichtung der Polizeiarbeit auf diese Form der Kriminalität. Die Polizei geht davon aus, dass sich in Zukunft mehr Straftaten ins Internet verlagern.

veröffentlicht am 15.02.2019 um 18:57 Uhr

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Autor:

Stefan Koch
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MINDEN. „Noch nie hatten wir im Vergleich der letzten 20 Jahre weniger erfasste Straftaten als 2018“, erklärte Landrat Ralf Niermann als Leiter der Kreispolizeibehörde. So sei mit 13 884 Fällen gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 8,7 Prozent zu verzeichnen. Auch die Aufklärungsquote habe sich verbessert, sodass bei mittlerweile fast 53 Prozent aller Delikte der Täter ermittelt worden sei.

Bei den Delikten der Wohnungseinbrecher verzeichnet die Statistik ein Minus von 18 Prozent im gesamten Kreisgebiet. Nur noch 154 Mal suchten dabei die ungebetenen Besucher Häuser auf Mindener Stadtgebiet auf.
Weniger Taschendiebe

Die Taschendiebe erwiesen sich im Vergleich zum Vorjahr nur noch halb so rege. Lediglich 54 Anzeigen erreichten die Polizei, nachdem Langfinger in Minden zugegriffen hatten. Und auch die Raubdelikte gingen im Kreis um ein Fünftel zurück.

Insgesamt verminderte sich die Zahl der Sexualdelikte: Bei der Polizei sind nur noch halb so viele Vergewaltigungsanzeigen eingegangen wie im Vorjahr. Dafür gab es beim sexuellen Missbrauch von Kindern einen Zuwachs um drei Viertel der Fälle, was auch auf Kinderpornografie im Internet zurückzuführen ist.

Der Trend der sinkenden Zahl bei den Straftaten existiert nicht nur im Kreis Minden-Lübbecke, sondern zieht sich durch fast alle Polizeidienststellen. Dennoch kommen in Minden-Lübbecke im Verhältnis zur Einwohnerzahl wesentlich weniger Straftaten vor als im ganzen Regierungsbezirk. „Im Mühlenkreis lässt es sich in puncto Sicherheit aus objektiver Sicht betrachtet gut leben“, sagt Niermann.




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