weather-image
16°

Staatssekretär nennt neben A2 auch Mittellandkanal als Möglichkeit

Landkreis „total entsetzt“: ICE-Bahntrasse am Mittellandkanal?

Staatssekretär Enak Ferlemann nennt zum ersten Mal konkrete Trassenvarianten und bringt dabei den Mittellandkanal als Möglichkeit für den Bahnausbau Hannover-Bielefeld ins Spiel. Landkreis-Sprecher Klaus Heimann: „Ich bin total entsetzt, dass so eine Variante ins Spiel gebracht wird.“ Er sagt auch: „Da sind doch Proteste und Widerstand vorprogrammiert. Ich weiß nicht, ob sich die Verantwortlichen beim Bund da einen Gefallen tun.“

veröffentlicht am 08.03.2019 um 11:34 Uhr
aktualisiert am 08.03.2019 um 16:40 Uhr

„Es gibt Vorschlägeder Autobahn-Variante, es gibt Vorschläge am Mittellandkanal, es gibt Vorschläge an der Bestandsstrecke.“, sagt Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium.
jp01

Autor

Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite

LANDKREIS. Was Enak Ferlemann (CDU), das gilt. Als parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium ist er zuständig für den Bahnausbau. Wenn Ferlemann gegenüber dem NDR1 Niedersachsen eine Aussage zu möglichen Varianten der neue Hochgeschwindigkeits-Trasse durch das Schaumburger Land macht, wird dem ein hohes Gewicht beigemessen. Denn der CDU-Politiker vertritt direkt Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Der Staatssekretär hat sich nun erstmalig konkret zu möglichen Trassenverläufen für den Ausbau der Bahnstrecke Hannover-Bielefeld geäußert. Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung bestätigte nicht nur die von unserer Zeitung offengelegte Variante entlang der A2, sondern brachte auch den Mittellandkanal als möglichen Verlauf für einen Bahn-Neubau ins Spiel.

Auf die Frage nach dem Stand des Bahnausbaus Hannover-Bielefeld hatte Ferlemann seine Absicht wiederholt, ein Dialogforum ins Leben zu rufen, „in dem sich Bürgerinitiativen und Kommunalverwaltungen beteiligen können und auch sollen.“

Dort werde man alle Trassenvorschläge gegeneinander abwägen. Ferlemann wörtlich: „Es gibt Vorschläge der Autobahn-Variante, es gibt Vorschläge am Mittellandkanal, es gibt Vorschläge an der Bestandsstrecke.“ Die werde man alle vorlegen, sich genau ansehen und dann mit der Region „die am besten verträgliche Variante herausfinden“, so die Ankündigung des Staatssekretärs.

„Ich bin total entsetzt, dass so eine Variante ins Spiel gebracht wird“, äußerte sich Landkreis-Sprecher Klaus Heimann deutlich. Er wurde erst von dieser Zeitung über Ferlemanns neueste Vorschläge informiert. „Wir finden es überhaupt nicht gut, neue Informationen immer erst über Dritte zu erfahren.“ Eine Bahntrasse am Mittellandkanal wäre eine Katastrophe. Es hätte massive Eingriffe in das Landschaftsbild zur Folge, würde Biotope zerstören, der Bereich habe eine sehr hohe Bedeutung für die Natur, und sei ein Erholungsgebiet für Schaumburg. „Ich halte diese Variante für unrealistisch.“ Der Landkreis habe die Variante natürlich nicht prüfen können, da man vom Verkehrsministerium nicht informiert wurde. „Aber da spricht so vieles dagegen, da sind doch Proteste und Widerstand vorprogrammiert. Ich weiß nicht, ob sich die Verantwortlichen beim Bund da einen gefallen tun.“ Den von Ferlemann jetzt genannten Ausbau „an der Bestandsstrecke“ hatte der Staatssekretär selbst erst vor wenigen Wochen in einem Antwortschreiben an die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers mit der Begründung abgelehnt, damit lasse sich die für den Deutschland-Takt angeblich erforderliche Fahrzeitverkürzung nicht erreichen. Seite 8




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare