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17-Jähriger an Leukämie erkrankt / Welle der Hilfsbereitschaft

Lasse braucht zum Überleben eine Spende

NIENSTÄDT. Der 17-jährige Lasse Schünemann braucht Hilfe. Vor sechs Wochen diagnostizierten Ärzte bei ihm Leukämie, eine Krankheit, die auch als Blutkrebs bekannt ist. Gesund werden kann Lasse nur, wenn ihm jemand Stammzellen spendet. Die Familie Schünemann hat nun die Öffentlichkeit eingeschaltet, um einen passenden Spender zu finden.

veröffentlicht am 01.10.2020 um 17:05 Uhr

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Reporter

„Natürlich ist die Situation belastend“, sagt Anne-Marie Lange, „aber den Umständen entsprechend geht es Lasse gut.“ Lange betreut als Physiotherapeutin die Fußballer des SV Nienstädt 09, Lasse spielt dort in der A-Jugend. Sie koordiniert für die Familie Schünemann die Suche nach einem Stammzellenspender. Der junge Mann liegt derzeit im Mindener Klinikum. Sollten sich die Stammzellen finden, die er braucht, würde er jedoch in der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt.

Unter www.dkms.de/teamlasse finden sich Informationen, wie man Stammzellen spendet. Das Prinzip ist simpel. Zunächst lässt man sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Die Spende selbst gibt man ab, indem man ein Wattestäbchen, das die DKMS zusendet, mit Speichel benetzt und zurückschickt.

„Wir wollten über Nienstädt 09 eigentlich eine öffentliche Registrierung am Sportplatz organisieren, aber das verbieten die Corona-Regeln“, erklärt Anne-Marie Lange. Und so hofft die Familie Schünemann, dass sich über die öffentlichen Aufrufe Spender mobilisieren lassen. „Seine Freunde vermissen ihn“, sagt Lange, „und Lasse selbst wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder Fußball spielen zu dürfen.“ Alle Lasse-Unterstützer freuen sich über die Hilfebereitschaft vor allem unter heimischen Fußballvereinen, die sich schon in den ersten Tagen nach Veröffentlichung des Aufrufs gezeigt hat.

Im Fall einer Leukämie-Erkrankung fahnden die Ärzte zunächst in der Familie nach Stammzellenspendern. Sollte dies ergebnislos bleiben, was zu siebzig Prozent wahrscheinlich ist, werden Fremdspender gesucht. Um diese Suche zu professionalisieren, haben Betroffene vor fast 30 Jahren die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gegründet. Weil für die Spender keine Kosten anfallen sollen, freut sich die DKMS nicht nur über Registrierungen, sondern auch über finanzielle Unterstützung. Blutkrebs ist keine seltene Krankheit. Statistisch gesehen erhält in Deutschland alle 15 Minuten jemand diese zunächst niederschmetternde Diagnose – so wie Lasse Schünemann aus Nienstädt.




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