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Missbrauchsfälle „politisch ausgenutzt“

Lügde: SPD kritisiert CDU und FDP

HAMELN/HANNOVER. Die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten weisen die Forderungen von CDU und FDP nach einem Rücktritt von Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels zurück. Diese fielen im Zuge der Versäumnisse des Jugendamtes im Lügder Missbrauchsfall. Dies sei „schlechter Stil“:

veröffentlicht am 24.03.2019 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 24.03.2019 um 19:40 Uhr

Im Sozialausschuss des Niedersächsischen Landtags musste Landrat Tjark Bartels Rede und Antwort stehen – und anschließend politische Kritik einstecken. Foto: dpa
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

HAMELN/HANNOVER. Die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten weisen die Forderungen von CDU und FDP nach einem Rücktritt von Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels im Zuge der Versäumnisse des Jugendamtes im Lügder Missbrauchsfall zurück. Dirk Adomat und Uli Watermann bezeichnen das am Sonntag in einer Erklärung als schlechten Stil – damit würden die Missbrauchsfälle politisch ausgenutzt. Damit reagieren sie auf die Debatte in Hannover.

Am Donnerstag musste der SPD-Landrat dem Sozialausschuss des Niedersächsischen Landtages Rede und Antwort stehen. Konkret ging es dabei auch um die Fehler und Versäumnisse des Jugendamtes des Landkreises. Vertreter von CDU und FDP hatten daraufhin gefordert, einen Sonderermittler einzusetzen. Niedersachsens CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer hält den Landrat in der derzeitigen Situation für überfordert.

Die „umgehende, lückenlose und schonungslose Aufklärung“ des Lügder Falls muss laut Adomat und Watermann „oberste Priorität haben“. Sie kritisieren aber, dass einige Oppositionsabgeordnete ihre Beurteilung der Lage bereits vor und während der laufenden Unterrichtung des Sozialausschusses an Dritte weitergegeben hätten. Adomat vermutet, dass es dabei „mehr um eine parteipolitische Abrechnung geht“. „Es ist mehr als geboten, dass die Aufklärung des Falls bei den dafür qualifizierten und zuständigen Stellen von Polizei und Staatsanwaltschaft angesiedelt ist“, betont Watermann. „Mit den sicherlich notwendigen Fragen nach Fehlern in der Ar-beit des Jugendamtes Hameln-Pyrmont und Fehlverhalten zuständiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreishauses wird sich in diesem Zusammenhang der Kreistag Hameln-Pyrmont auseinandersetzen“, erklärt Watermann weiter. „Es ist auch Aufgabe des Kreistages zu klären, inwieweit der Landkreis sich hätte besser aufstellen müssen. Dies ist aber definitiv nicht die Aufgabe einzelner Mitglieder des Sozialausschusses.“




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