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Gewalttat in Hameln: Mutter von drei Kindern schwer verletzt

Mann sticht auf Ex-Partnerin ein

HAMELN. Es geschah im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der Alten Heerstraße im Hamelner Ortsteil Rohrsen: Ein 22-Jähriger aus Hameln hat nach Polizeiangaben mehrfach auf seine ehemalige Lebensgefährtin (30) eingestochen. Ein Gericht hatte gegen den Mann bereits vor geraumer Zeit ein Annäherungsverbot ausgesprochen.

veröffentlicht am 14.08.2018 um 20:22 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Das Opfer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, der Täter ebenso. Er hatte sich beim Eindringen in das Haus verletzt. Mit der Frau soll der Tatverdächtige – ein in Hildesheim geborener Deutsch-Türke – einen gemeinsamen kleinen Sohn haben.

Das für Mord und Totschlag zuständige 1. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes in Hameln hat die Ermittlungen übernommen. Noch am späten Montagabend hielten die Beamten Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Ermittlungsbehörde wertet die Tat als versuchtes Tötungsdelikt. Polizisten sprachen gegenüber dem Verdächtigen Dienstag kurz nach Mitternacht im Krankenhaus eine vorläufige Festnahme aus.

Anwohner des Hauses hatten gegen halb acht eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einer Frau und einem Mann und ein Scheppern gehört. „Das war so, als wäre etwas zu Boden gefallen“. Wenig später stellten die Bewohner fest, dass die Frau, die in dem Haus wohnt, verletzt war. Auf der Treppe war eine Blutspur. „Das Opfer wies Verletzungen am Oberkörper auf“, sagte Petersen.

Ermittler der Tatort-Gruppe hätten den Schauplatz des Verbrechens als Erste erreicht und ganz kurz mit dem schwer verletzten Opfer sprechen können. Die Schwerverletzte hatte sich nach der Tat die Treppen hochgeschleppt und war in ihre Wohnung geflüchtet. Notarzt und Notfallsanitäter versorgten die Stichwunden. Im Treppenhaus, an der Hauswand und auf einem Abtreter fanden die Beamten Blutspritzer. Eine Scheibe der Haustür war zersplittert. Auch daran befand sich Blut – es dürfte vom Täter stammen. Die 30-Jährige hatte ihre Wohnung nur kurz verlassen, um ihr Auto umzuparken. Der Hamelner soll seiner Ex-Partnerin in das Haus gefolgt sein. Er habe dabei eine Scheibe eingeschlagen, sagte Polizeihauptkommissar Jens Petersen. Dann habe er mehrmals zugestochen. Anschließend flüchtete der Verdächtige vom Tatort. Nach ihm wurde mit allen verfügbaren Streifenwagen gefahndet. Kurze Zeit später wurde er an der Rohrser Warte entdeckt. Das Opfer sei zwar schwer verletzt worden. Es schwebe aber nicht in Lebensgefahr, sagte Petersen am Dienstag.

Der Tatverdächtige konnte von Fahndern in einer Seitenstraße aufgespürt werden. Da er blutende Wunden aufwies, wurde der junge Mann mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Offenbar sind seine Verletzungen nicht leicht. Der Hamelner habe stationär aufgenommen werden müssen, sagte Petersen. Er werde die ganze Zeit über von Polizisten bewacht.

Es bestehe der Verdacht, dass der 22-Jährige unter dem Einfluss von Rauschmitteln stand. Ihm sei eine Blutprobe entnommen worden.




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