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EU-Richtlinie soll im Landkreis umgesetzt werden / Bedenken von Landwirten und Anglern

Mehr Schutz für den Wald

LANDKREIS. Mit Natura 2000 soll eine europäische Naturschutzrichtlinie eingeführt werden. Sorgen macht das mitunter Landwirten, die zum Beispiel Strafzahlungen beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln befürchten. Angler wehren sich zudem gegen das ins Haus stehende Angelverbot an den Ostenuther Kiesteichen im Rintelner Ortsteil Möllenbeck.

veröffentlicht am 20.11.2018 um 15:49 Uhr

Autor:

Jan-Christoph Prüfer
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LANDKREIS. Mit Natura 2000 soll im Landkreis eine europäische Naturschutzrichtlinie eingeführt werden. Sorgen macht das mitunter Landwirten, die zum Beispiel Strafzahlungen beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln befürchten. Angler wehren sich zudem gegen das ins Haus stehende Angelverbot an den Ostenuther Kiesteichen im Rintelner Ortsteil Möllenbeck.

Die CDU stimmte der Änderung entsprechend unter Vorbehalt zu, als Natura 2000 jüngst Thema im Ausschuss für Umweltschutz war. Dort ging es um insgesamt fünf betroffene Areale: die Meerbruchswiesen in der Stadt Rehburg-Loccum, das Landschaftsschutzgebiet Süd-Deister, an dem flächenmäßig der Landkreis Schaumburg und die Samtgemeinde Rodenberg beteiligt sind, das Teufelsbad in Obernkirchen, die besagten Kiesteiche und den Schaumburger Wald. In allen Fällen empfahl der Ausschuss die Umsetzung von Natura 2000 einstimmig.

Als Gast kam Kreislandwirt Dieter Wilharm-Lohmann zu Wort. Der befürchtete namens der Schaumburger Landwirte ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln. Der Ausschussvorsitzende Henning Dormann (WGS) versicherte Lohmann aber, es gehe bei Natura 2000 nur um Waldflächen und Gewässer.

Die Bedenken für die CDU formulierte Axel Wohlgemuth in Vertretung des Ausschussmitglieds Fabian Heine. Unter anderem befürchtete Wohlgemuth, Versäumnisse an höherer Stelle müssten womöglich „kleine“ Forstwirte ausbaden, die „ihre Betriebe vernünftig geführt haben“. Entsprechend behalte sich die CDU vor, an späterer Stelle möglicherweise doch noch Einspruch zu erheben.

Für die SPD entgegnete Dieter Horn, Eigentum verpflichte. Das gelte insbesondere in diesem Fall. „Der Wald ist für uns alle wichtig“, sagte Horn. Dem pflichtete der Vorsitzende Dormann bei. Mit dem Landkreis und der Fürstlichen Hofkammer gehe es in Schaumburg im Prinzip um zwei Besitzer wirklich großer Waldflächen. „Wer eine kleine Fläche hat, lebt nicht davon“, sagte Dormann. Entsprechend würden solche Kleingrundbesitzer durch die Regelungen auch nicht beeinträchtigt.

Die Debatte entzündete sich am Tagesordnungspunkt „Schaumburger Wald“, der von Sachsenhagen über die Samtgemeinden Niedernwöhren und Nienstädt bis nach Bückeburg reicht.

Gegen das mit Natura 2000 kommende Angelverbot an den Ostenuter Kiesteichen hatte zuvor die Weserfischereigenossenschaft Hameln erfolglos Bedenken ins Feld geführt. Das Verbot sei unbegründet und stehe „nicht im Einklang mit den Vorgaben der Gesetze und Erlasse“. Die Verwaltung wertete das aber als „nicht zutreffend“.




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