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Über Beitritt zur Bad Nenndorfer Erklärung noch nicht entschieden

Minden bleibt beim Nein zur Neubautrasse

MINDEN. Schert die Stadt Minden aus der Front der Kommunen und Kreise gegen eine mögliche Neubautrasse der Bahn von Hannover nach Porta Westfalica aus? Einige Indizien warfen in den vergangenen Wochen Fragen zu der Haltung der Weserstadt zu diesem Thema auf. Zu Unrecht, wie Bürgermeister Michael Jäcke und Mindens Pressesprecherin Susann Lewerenz jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung gleichlautend unterstrichen: Minden bleibe unverändert bei seiner bereits im Frühjahr 2016 formulierten und einstimmig beschlossenen Ablehnung eines Trassenneubaus und setze sich weiterhin für einen vierspurigen Ausbau des bislang zweispurigen Streckenabschnitts Minden–Wunstorf ein.

veröffentlicht am 23.01.2019 um 10:15 Uhr

Am Bahnhof Minden sollen die Bahnsteigkanten auf einheitlich 76 Zentimetern Höhe angehoben werden, damit sich Züge des Fern- und Nahverkehrs zukünftig nicht mehr blockieren. Foto: JP
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Anlass ist zum einen die Diskussion um den Umbau des Mindener Bahnhofs, zum anderen der Beitritt vieler umliegender Städte zur „Bad Nenndorfer Erklärung“. Diese von der Samtgemeinde Nenndorf initiierte und bislang sieben Kommunen von Porta Westfalica bis nach Seelze umfassende Initiative setzt sich beim Ausbau der Bahnstrecke Hannover–Bielefeld gezielt gegen eine Neubautrasse und für den vierspurigen Ausbau der Bestandsstrecke ein. Dabei sollen die Interessen der Unterzeichner nötigenfalls auch durch eine gemeinsame juristische Vertretung gegenüber dem Bund gebündelt werden. Minden ist jedoch vorerst nicht mit dabei.

Minden bleibe konsequent bei der Ablehnung der Neubau-Variante, betonten jetzt Mindens Bürgermeister Michael Jäcke und Pressesprecherin Susann Lewerenz. „Für uns ist der trassennahe Ausbau der bestehenden Strecke die einzig sinnvolle Lösung“, so Jäcke. Die Position Mindens bleibe die bereits im Frühjahr 2016 einstimmig beschlossene Resolution zum Bundesverkehrswegeplan, so Lewerenz. In dieser gemeinsam mit den Städten Bückeburg und Porta Westfalica formulierten Stellungnahme wird die Neubautrasse aufgrund ihrer massiven Auswirkungen auf die Ökologie und das Landschaftsbild der Region sowie die historischen Gedenkstätten des Konzentrationslagers Porta Westfalica am Jakobsberg abgelehnt und stattdessen der zügige vierspurige Ausbau der Bahnstrecke Minden–Haste mit umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen gefordert. Mit der „Bad Nenndorfer Erklärung“ habe sich die Stadt Minden hingegen noch nicht ausreichend beschäftigt und daher bislang über einen Beitritt nicht entscheiden können, so die Pressesprecherin weiter.

Auch der von Minden befürwortete Umbau des Bahnhofs habe auf diese Haltung keine Auswirkung. Ende vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss der Stadt einen Antrag zur Erhöhung der Bahnsteigkanten auf einheitlich 76 Zentimeter verabschiedet, um so die technischen Voraussetzungen zu Doppelbelegungen von Bahnsteiggleisen zu schaffen. Damit soll verhindert werden, dass zukünftig die langsamen S-Bahnen und Regionalexpresse im Mindener Bahnhof die Züge des schnellen Fernverkehrs wie zum Beispiel ICEs oder den zukünftigen Rhein-Ruhr-Express (RRX) blockieren. Aus diesem Antrag war die Forderung nach dem trassennahen Ausbau der Strecke Minden–Hannover gestrichen worden.

Vorbei statt drunterdurch: Die Stadt Minden bleibt bei ihrer Ablehnung einer Neubautrasse der Bahn mit Tunnel durch den Jakobsberg. Foto: JP



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