weather-image
21°

27 Mädchen und vier Jungen identifiziert

Missbrauchsskandal auf Campingplatz: Zahl der Opfer steigt auf 31

LÜGDE. Die Zahl der Opfer im Missbrauchsskandal auf einem Campingplatz im lippischen Lügde steigt weiter. Wie die Ermittlungskommission "Eichwald" und die Staatsanwaltschaft Bielefeld am Montag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, sind mittlerweile 31 Kinder und Jugendliche identifiziert. Es handelt sich demnach um 27 Mädchen und vier Jungen. Die meisten von ihnen waren zur jeweiligen Tatzeit zwischen vier und 13 Jahren alt.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 16:10 Uhr

lügdecampingplatz

LÜGDE. Wie die Ermittler weiter mitteilen, gingen zwischen dem Bekanntwerden des Falls bis zum Freitag, 8. Februar, insgesamt 63 Hinweise beim Hinweistelefon der Polizei ein. Allen würde akribisch nachgegangen. Die Ermittlungskommission besteht derzeit aus 51 Ermittlern, darunter Kollegen aus dem gesamten Regierungsbezirk Detmold und teilweise auch NRW. Sie beschäftigen sich mit der Identifizierung weiterer möglicher Opfer und Tatverdächtiger sowie der Verhinderung von weiterem Missbrauch, heißt es. "Dazu finden aktuell IT-Auswertungen, Vernehmungen, Durchsuchungen und sonstige weitere Ermittlungen statt", teilt die Bielefelder Staatsanwaltschaft mit. Außerdem ermittelt das Polizeipräsidium Bielefeld wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt gegen Polizeibeamteund wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht gegen Mitarbeiter von Jugendämtern. Zusätzlich würden Opferschutzmaßnahmen für die Geschädigten und psychosoziale Unterstützung für eingesetzte Polizeibeamte angeboten.

Wie berichtet, werden nach Ermittlungen der Polizei Lippe drei Männer - ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 48-Jähriger aus Stade und ein 33-jähriger aus Steinheim - verdächtigt, Kinder in zahlreichen Fällen sexuell missbraucht zu haben. Sie alle sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittler haben auf einem Campingplatz in Lüdge zahlreiche Beweismittel, darunter verschiedene Datenträger und Speichermedien, sichergestellt.

Aufgrund der laufenden Ermittlungen und aus Opfer- und Persönlichkeitsschutzgründen werden derzeit zu einzelnen Hinweisen und Einzelsachverhalten sowie zur Herkunft der identifizierten Opfer oder zum persönlichen Umfeld von Tatverdächtigen und Opfern keine Angaben gemacht, so die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungsergebnisse sollen in den nächsten Wochen regelmäßig in gemeinsamen Presseerklärungen zusammenfassend berichtet werden.

Das Hinweistelefon beim Polizeipräsidium Bielefeld ist unter Telefon (0521) 545-4215 zu erreichen. mt




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare