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Gescheitertes Medizinkonzept: Vizevorstandsvorsitzende muss gehen

MKK-Flop hat Konsequenzen

MINDEN. Das gescheiterte Medizinkonzept der Mühlenkreiskliniken hat personelle Konsequenzen: Der Verwaltungsrat hat Dr. Kristin Drechsler als stellvertretende Vorstandsvorsitzende abberufen, berichtet das Mindener Tageblatt. Die Ärztin und Diplom-Kauffrau war seit 2015 Medizinvorstand an der Spitze der MKK.

veröffentlicht am 14.12.2018 um 18:04 Uhr

Dr. Kristin Drechsler muss mit sofortiger Wirkung die Mühlenkreiskliniken verlassen. Als Medizinvorstand hatte sie das Konzept zur Neustrukturierung entwickelt, das im Juli nach kreisweiten Protesten gescheitert war.. Foto: mt

Autor:

Anja Peper
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MINDEN. Nach dem Scheitern des umstrittenen Konzepts hatte Drechsler auch intern kaum noch Rückhalt bei den Mühlenkreiskliniken. Obwohl die offizielle Meldung über das sofortige Ende der Zusammenarbeit erst am späten Donnerstagnachmittag veröffentlicht wurde, zeigten sich die Wenigsten überrascht. Inoffiziell heißt es in den Klinikumsgängen, es sei mit dieser Entscheidung „die Reißleine gezogen worden“. Der mangelnde Rückhalt hatte sich abgezeichnet: Bereits bei einer wichtigen Pressekonferenz Anfang Juni musste Dr. Drechsler den von ihr geplanten und heftig kritisierten Klinikumbau alleine verteidigen. In der jetzt veröffentlichten Mitteilung heißt es: „Die Zusammenarbeit mit Frau Dr. Drechsler wird beendet, da der Verwaltungsrat den gemeinsamen Weg in eine erfolgreiche Zukunft der Mühlenkreiskliniken AöR nicht mehr als gegeben ansieht.“ Mehr Details sind den drei Sätzen der Presseinformation nicht zu entnehmen.

Wenig überrascht zeigte sich MKK-Personalrat Klaus Habbe von der Nachricht: „Ich bin überzeugt, dass die Entscheidung richtig ist.“ Seiner Ansicht nach habe das Konzept der Medizinerin durchaus einige gute Ansätze gehabt. Aber die Kommunikation zur geplanten neuen Konzernstruktur, die Drechsler als „alternativlos“ bezeichnet hatte, sei komplett misslungen. Darüber hinaus sei es erforderlich, bei so einer grundlegenden Veränderung früh die Chefärzte einzubeziehen.

Der Gegenwind aus der Öffentlichkeit gegen die Umbaupläne Drechslers war im Juli zu groß. Ein Ende der Geburtshilfe in Lübbecke und Bad Oeynhausen, vor allem aber das Aus für die Notaufnahme in Rahden hatten eine breite Protestwelle ausgelöst. Daraufhin war das Medizinkonzept zunächst wieder in der Schublade verschwunden. Mit der Entscheidung war der Vorstand auch einem möglichen Votum aus der Kreispolitik zuvorgekommen. Wenig später kündigte Landrat Dr. Ralf Niermann an, 2020 nicht wieder zu kandidieren.mt




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