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Schaumburg ist vom Kammweg aus wieder sichtbar / Postkarte überzeugt: Forstamt schlägt Wiese frei

Nach Jahren endlich freier Blick auf die Burg

Schaumburg (rd). Pünktlich zum Fototermin lugt die Sonne hinter grauen Wolken hervor und lässt Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz schwärmen: ,,Das ist unser schönster Ausblick auf die Burg Schaumburg und hinein ins Wesertal.“

veröffentlicht am 05.05.2010 um 17:58 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:21 Uhr

Genießen den jetzt wieder freien Blick auf die Schaumburg: Revie

Ein Ausblick, der Wanderern und vorbeikommenden Autofahrern nun schon jahrelang verwehrt war. Nur zwei Ruhebänke unter einer mächtigen alten Buche erinnerten den Vorbeikommenden daran, was schon auf alten Kupferstichen für die Nachwelt verewigt wurde: Dort, wo sich vom Kammweg des Mönchebergs kommend an der Burgstraße in Schaumburg der Hohlweg öffnet, bietet sich ein fantastischer Blick ins Wesertal und auf die majestätisch auf den Nesselberg thronende Burg, die unserem Landkreis ihren Namen gegeben hat.

Die vorgelagerte ehemalige Hochweide verwaldete in den vergangenen Jahren zusehends, im steilen Gelände musste der Heimatverein Schaumburg seine regelmäßigen Pflegearbeiten in diesem Bereich einstellen – mit einer traurigen Konsequenz: Dünnstämmige Eschen und hochwuchernde Büsche versperrten fortan den Blick auf Burg und Tal.

Die gebürtige Schaumburgerin Elke Reineking war es, unterstützt von Bürgermeister, Vertretern des Naturparks, der Schaumburger Landschaft und des Heimatvereins, die hartnäckig in Gesprächen mit dem Niedersächsischen Forstamt Hessisch Oldendorf darauf drängte, den Ausblick wieder zu ermöglichen. Letztlich überzeugte auch eine Postkarte von 1972 auf der Homepage www.elkereineking.de die Forstbehörde von der Notwendigkeit, diesen touristisch bedeutsamen Ausblick wieder zu ermöglichen, wie Dr. Michael Behrndt vom Forstamt beim Fototermin erläuterte. Die Entscheidung fiel den Verantwortlichen umso leichter, als das Waldgesetz die Landesforsten verpflichtet, neben der Nutz- und Schutz- auch die Erholungsfunktion des Waldes zu gewährleisten. ,,Dazu gehört der Bau von Ruhebänken und Schutzhütten oder eben auch die Schaffung von attraktiven Ausblicken für Wanderer,“ erläuterte der zuständige Revierförster Heiko Gropp.

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Dass der Ausblick jetzt wieder ungehindert möglich ist, freut auch den Schaumburger Heimatvereinsvorsitzenden Wilfried Schnüll, plant er doch mit seinem Verein zum 900-jährigen Bestehen Schaumburgs beim Fürstenbesuch im August ein vielfältiges Programm auf der Burg. Schnüll: ,,Ohne diesen Ausblick wäre die Geburtstagsfeier nur halb so schön.“ Was wohl auch die vielen Wanderer so sehen, die den seit einigen Tagen wieder zugänglichen Ausblick genießen.

Der freie Blick vom Kammweg auf die Schaumburg, festgehalten auf einer Postkarte aus dem Jahr 1972, hat die Forstbehörde überzeugt, die verwaldete Weide freizuschlagen.

Repro: pr.

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