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Reaktionen auf das unfassbare Geschehen auf dem Elbrinxener Campingplatz

Nach Kindermissbrauch am Campingplatz:  Ein Dorf im Schock

ELBRINXEN. Es ist still auf dem Elbrinxener Campingplatz „Eichwald“. Die Übertragungs-Wagen verschiedener Fernsehanstalten sind abgefahren, Spuren im Schnee weisen auf vielfache Zu- und Abfahrten hin.

veröffentlicht am 31.01.2019 um 18:50 Uhr

Am Donnerstag ist es auf dem Campingplatz ruhiger geworden, der Medienrummel hat nachgelassen. Foto: Ti
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Autor

Klaus Titze Reporter

Vor der Schranke stehen recht einsam ein Kamerastativ und ein Scheinwerfer, während sich scheinbar ein kleines Team bemüht, noch einen O-Ton vom Platzwart zu erhalten.Auf dem Campingplatz ist kaum jemand anzutreffen, was bei dieser Jahreszeit wohl auch nicht ungewöhnlich sein dürfte. „Es ist aber auch verständlich, dass man sich im Moment wohl eher nicht blicken lässt“, so ein Mann, der namentlich nicht in der Zeitung erscheinen möchte. „Als hier der Auftrieb begann, wurde ja quasi jedem Lebewesen ein Mikrofon vor den Mund gehalten, um eine Meinung einzufangen. Und zusätzlich wird man ja auch noch von der Polizei befragt.“ Da sei man nun einfach froh, in Ruhe gelassen zu werden.

Anders sieht es im Dorf selbst aus, denn, so der Vorsitzende des TSV Elbrinxen, dort sei das Geschehen keinesfalls abgehakt. „Wir sind im Dorf alle über das Ereignis überrascht und geschockt und im Moment noch recht ratlos, wie wir damit umgehen können und wollen“, äußert sich Wolfgang Siefert. Er sei auch bereits von Müttern aus dem Dorf angerufen worden, denn der Dauercamper sei ja auch im Ort bekannt gewesen. Man habe ihn stets als ruhigen und offenen Menschen wahrgenommen.

„Ich bin mir allerdings sicher, dass wir in Kürze im Vereinsvorstand die Sache besprechen werden, denn wir haben bei uns doch auch viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun“, macht sich Siefert Gedanken.

Unabhängig von dem Leid, das die betroffenen Kinder erfahren hätten und deren Eltern nun gemeinsam mit ihren Kindern verarbeiten müssten, betreffe es doch auch die Sparten- und Jugendleiter des Vereins. „Wir haben junge Leute im Vorstand, Mitglieder, die Mütter und Väter sind. Was sagen wir unseren Übungsleitern, denn sie werden sicherlich mit Fragen kommen. Wir müssen ihnen möglicherweise Ängste nehmen, auch mit Misstrauen beäugt oder in Verdacht geraten zu können und sie stärken, damit sie ihr ehrenamtliches Engagement nicht aufgeben.“

Dieser Meinung schließt sich auch Hermann Wenneker als Ortsbürgermeister an. „Es wird alsbald ein Vereinstreffen gemeinsam mit den örtlichen Ratsmitgliedern geben, in dem wir uns miteinander austauschen wollen und beraten werden, wie wir insbesondere auch unsere Dorfgemeinschaft beruhigen können und deutlich machen, dass wir auch in schwierigen Momenten zusammenstehen.“

Als eine weitere Möglichkeit möchte er sich an Pastor Leweke wenden. Dieser sei im Umgang mit traumatischen Ereignissen geschult und könne sicherlich noch ganz anders auf besorgte Menschen eingehen. „Vielleicht bietet sich auch ein gemeinsamer Gottesdienst an, in dem wir auch bewusst an die betroffenen Kinder und Eltern denken und für sie beten“, formuliert er einen weiteren Gedanken. Denn man müsse sich nur einmal vorstellen, was die Kinder erlitten haben und nun damit für ihr ganzes weiteres Leben fertig werden müssen.

Bei Pastor Leweke rennt er mit dieser Anregung offene Türen ein, denn dem Geistlichen sei auch bereits dieser Gedanke gekommen. „Ich würde das sehr gern unterstützen, wünsche mir dazu, dass dieser Gottesdienst gemeinsam mit anderen aus dem Dorf zelebriert wird. Dies würde auch die Gemeinschaft deutlicher stützen“, drückt Pastor Leweke aus. Hierzu will er in den nächsten Tagen das Gespräch in der Gemeinde suchen.




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