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Offener Brief an Abgeordnete

Nach Unfällen auf A2: Kreisbrandmeister appelliert an Politik

LANDKREIS. Gleich zwei schwere Lkw-Unfälle auf der A2 haben in der vergangenen Woche die Freiwilligen Feuerwehren in Schaumburg gefordert. Um wenigstens die finanziellen Folgen für die Kommunen auszugleichen, hat sich Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote jetzt an die drei heimischen Bundestagsabgeordneten gewandt:

veröffentlicht am 05.06.2019 um 12:34 Uhr

Feuerwehrleute löschen einen noch qualmenden LKW, der auf der A2 bei Bad Nenndorf am vergangenen Montag nach einem Unfall in Brand geraten war. Foto: Clemens Heidrich/dpa

Autor:

Mira Colic
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LANDKREIS. Gleich zwei schwere Lkw-Unfälle auf der Autobahn 2 haben in der vergangenen Woche die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in Schaumburg gefordert. Bei der Kollision am Mittwoch war ein 57-jähriger Fahrer ums Leben gekommen – eine große psychische Belastung für die Einsatzkräfte. Um wenigstens die finanziellen Folgen für die Kommunen auszugleichen, hat sich Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote jetzt mit einem offenen Brief an die drei heimischen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD), Katja Keul (Grüne) und Maik Beermann (CDU) gewandt.

„Mit sehr großer Bestürzung und Sorge nehmen wir wieder einmal das enorme und steigende Unfallgeschehen auf der durch den Landkreis Schaumburg führenden Bundesautobahn 2 zur Kenntnis“, leitet Grote ein. Es vergehe keine Woche, in der die Feuerwehren im Bereich der Autobahn nicht zu schweren Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten und Toten gerufen und tätig werden müssten.

Ziel müsse es sein, gezielte und effektive Maßnahmen zu ergreifen. Grote fordert mehr Abstandskontrollen an den Unfallschwerpunkten sowie eine konsequent durchgesetzte Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich das Verkehrsaufkommen, gerade im Bereich des Lkw-Verkehrs, erheblich gesteigert hat, durchgängig lange Fahrzeugschlangen bestätigen dieses.“ Nach dem Ausbau der Bundesautobahn habe ein wenig Hoffnung bestanden, dass eine gewisse Entspannung eintrete, „aber die Anzahl und auch die Intensität der Verkehrsunfälle belehrt uns eines Besseren“.

Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote. Foto: Archiv

Außer den persönlichen Schicksalen der Unfallopfer sieht der Kreisbrandmeister auch eine Fürsorgepflicht für die Kameraden. Die psychosoziale Notfallversorgung sei durch die Landeskirche Schaumburg-Lippe und die Landeskirche Hannover gewährleistet. „Es ist eine unheimliche Belastung, die ich sicher nicht so locker wegstecken würde“, gibt Grote zu. Er betont gleichzeitig, dass es ihm nicht um die Installierung von hauptamtlichen Kräften oder einer „Autobahnfeuerwehr“ gehe.

Seitdem er 2004 Kreisbrandmeister geworden sei, gebe es schon die Forderung nach einer finanziellen Beteiligung des Bundes für die an der Autobahn liegenden Kommunen. „Gerade die Aufwendungen für Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstung, wie Schere, Spreizer und weitere technische Geräte für die Rettung von eingeklemmten Verkehrsteilnehmern, sowie die zunehmende Elektromobilität, bedürfen erheblicher Investitionen der betreffenden Städte und Gemeinden.“ Der Landkreis Schaumburg unterstütze aus Mitteln der Feuerschutzsteuer anteilig die Anschaffung von Fahrzeugen mit Festbeträgen – dieses bilde aber nur einen Bruchteil der Summen für die tatsächlichen Kosten ab.

Das oft in diesem Zusammenhang angeführte Argument, dass die Anlieger-Kommunen auch durch Mehreinnahmen an Gewerbesteuer profitieren, „ist aus meiner Sicht nicht durchgängig der Fall und wiegt bei Weitem nicht die aufgeführten Ausgaben auf“. Dies betreffe natürlich nicht nur den Landkreis Schaumburg, sondern entlang der Bundesautobahn in Niedersachsen und Deutschland sehr viele Träger der Feuerwehren, wo sich Gefahrenschwerpunkte und somit ein erhöhtes Unfallgeschehen ergebe.

Grote appelliert an die Bundestagsabgeordneten, seine Forderungen in Berlin zu vertreten „und sich für die Verbesserungen im Bereich der BAB 2 im Landkreis Schaumburg im Sinne unserer Kameradinnen und Kameraden einzusetzen“.




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