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Auf dem Zubringer von der B 65 zur B 61 kommt es zu mysteriösen Unfällen / „Kleeblatt“ wird saniert

Nässe sorgt immer wieder für Rutschpartie

MINDEN. Wie von Geisterhand verliert der Wagen die Bodenhaftung, dreht sich um sich selbst, schlittert vorwärts und stoppt an der Leitplanke: Als Alexandra Göpel vor drei Wochen mit ihrem Wagen auf dem Zubringer von der B 65 auf die B 61 unterwegs war, blieb vom Auto nur noch ein Haufen Schrott übrig.

veröffentlicht am 23.05.2019 um 00:00 Uhr

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„Für den Unfall habe ich keine plausible Erklärung“, erklärt die Fahrerin per E-Mail. An dem Samstag Ende April, als sie gegen 20.15 Uhr aus Stadthagen kommend nach Minden abbog, war die Straße feucht. In den Tagen zuvor hatte es zum Teil heftig geregnet, die Fahrbahn war nicht verdreckt und hatte keinen Schmierfilm. Sie habe sich an die vorgegebene Geschwindigkeit gehalten und sei auch nicht durch ein Handy abgelenkt worden. „Ich bin seit 32 Jahren unfall-, punkte- und blitzerfrei und halte mich für eine sichere, verantwortungsvolle Fahrerin“, schreibt die Schaumburgerin.

Trotzdem schleuderte ihr Auto gegen die Leitplanken. „Außer einem Schleudertrauma hatte ich zum Glück keine Verletzungen erlitten“, berichtet die Frau. Die Polizeibeamten hätten ihr erklärt, dass dies an dem Tag bereits der dritte Unfall an der Stelle gewesen sei. Offenbar sei der Straßenbelag fehlerhaft. „Beschädigungen an der Leitplanke bestätigten, dass es schon andere Unfälle geben hatte – „es lagen auch noch Fahrzeugteile von mindestens einem anderen Unfall herum“, erinnert sich die Fahrerin. Da kein weiterer Fremdschaden entstanden sei, habe die Polizei den Unfall nicht aufgenommen.

Thomas Bensch, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke, bestätigt, dass es auf dem Zubringer oft zu derartigen Schäden kommt. Allein in diesem Jahr habe es dort sechs Alleinunfälle gegeben, die sich alle bei Nässe ereignet hätten. „Als Ursache stellte die Polizei nicht angepasste Geschwindigkeit fest.“ Das bedeutet nicht, dass der Fahrer gegen Geschwindigkeitsregeln verstoßen hat, sondern dass der Wagen für die Straßenverhältnisse zu schnell war.

Zuständig für die Unterhaltung der Strecke ist der Landesbetrieb StraßenNRW in Bielefeld. Wie Birgit Husemann, Abteilungsleiterin Betrieb/Verkehr in Bielefeld erklärt, führe der Landesbetrieb die Abfahrt zur B 61 in Minden nicht als sogenannten Unfallhäufungspunkt. „Wenn Unfälle mit leichtem Sachschaden auftreten, spielt es bei der Erfassung keine Rolle, wie oft es zu solchen Vorfällen kommt“, sagt die Expertin.

Wie es sein kann, dass Fahrzeuge einfach so ins Schleudern geraten? Husemann zählt eine Vielzahl an Ursachen auf. Neben Witterungseinflüssen wie Regen, Glatteis und Schnee, könne Dreck oder auch Blütenstaub die Griffigkeit des Fahrbahnbelages vermindern. Aber auch abgefahrene Reifen oder glatt polierter Fahrbahnbelag könnten zum Rutschen führen. „Alle vier Jahre überprüfen die Straßenwärter des Landesbetriebes die durchgehenden Strecken auf allgemeine Unebenheiten, Griffigkeit, Aquaplaning und andere Schäden“, berichtet Husemann. Die Verbindungsrampen der Landesstraßen seien davon jedoch ausgenommen. Unabhängig von den jüngsten Unfällen erklärt die Abteilungsleiterin, dass das „Kleeblatt“ erneuert wird – also die Kreuzung der beiden Bundesstraßen B 65/B 61.

Für Alexandra Göpel kommt die Nachricht von der Sanierung allerdings zu spät. „Für mich ist der Unfall eine finanzielle Katastrophe“, meint die Frau. Außerdem frage sie sich, warum angesichts der gehäuften Unfälle nicht zumindest ein Warnschild oder eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung aufgestellt worden sei.mt




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